Therapie ist keine schnelle Lösung: Warum Genesung Zeit braucht

Shownotes

Warum dauert Therapie so lange? In dieser Folge geht es darum, warum psychische Veränderung, insbesondere bei Essstörungen, Zeit braucht. Wir sprechen über den Unterschied zwischen Symptomen und tieferliegenden Mustern, warum Rückschritte zum Prozess gehören und weshalb Verstehen allein nicht ausreicht. Eine Folge über Geduld, Ambivalenz und nachhaltige Veränderung.

IG: @psychotherapie.wien

Homepage: www.praxis-verhaltenstherapie.at

Links: Österreich: Essstörungshotline: https://www.wig.or.at/selbsthilfe-beratung/hotline-fuer-essstoerungen Österreichische Gesellschaft für Essstörungen: https://www.oeges.or.at/Essstoerungen/Hilfe-fuer-Betroffene/Beratungsstellen/

Deutschland: Hilfe bei Essstörungen: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/ Deutsche Gesellschaft für Essstörungen: https://www.dgess.de

Schweiz: Essstörungsinfos: https://www.pepinfo.ch/de/anlaufstellen/index.php Schweizer Gesellschaft für Essstörungen: https://sges-ssta-ssda.ch

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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge meines Podcasts Lebenskunst.

00:00:20: Heute sprechen wir über Therapie, bei psychischen Erkrankungen wie Essstörungen und warum sie keine schnelle Lösung ist – oft fragen!

00:00:30: Umfeld und Betroffene, ob es schon hilft.

00:00:33: Da die Erwartung besteht dass man nach der Therapie oder möglichst gleich mal Nachbeginn sich sofort besser fühlt.

00:00:39: Diese Wunschvorstellung ist verständlich vor allem in einer Welt die Schnelligkeit fordert.

00:00:45: Besonders bei Essstörungen gibt es meines Erachtens viel Druck, endlich unter Anführungszeichen normal zu essen und frei von störenden Gedanken sein.

00:00:54: Doch Therapien besonders bei so tiefsitzenden Problemen brauchen Zeit – das ist kein Zeichen von Versagen der Therapie sondern es ist notwendig um eine echte Veränderung zu erreichen!

00:01:13: Bevor wir tiefer einsteigen lohnt es sich kurz zu klären wovon wir eigentlich sprechen.

00:01:18: Psyrtherapie ist eine professionelle Behandlung von psychischen Erkrankungen und dabei werden evidenzbasierte Methoden gezielt eingesetzt.

00:01:28: Und zwar um das Denken, das Fühlen, das Verhalten und das Erleben zu verändern mit dem Ziel mehr psychisches Wohlbefinden und weniger Symptomatik zu erreichen.

00:01:43: Das klingt erst mal sehr abstrakt, aber wenn man diese Definition genauer betrachtet wird deutlich es geht nicht nur um Entlastung im Moment.

00:01:53: Nicht nur darum dass man sich nach einer Sitzung besser fühlt sondern es geht um Veränderungen.

00:02:00: Es geht darum Muster die sich über Jahre entwickelt haben zu verändern um die Art wie Menschen denken fühlen und handeln soweit vielleicht zu verändern, damit der Mensch besser leben kann.

00:02:16: Besser bestehen kann im Alltag.

00:02:18: und genau hier liegt der erste wichtige Punkt was über Jahre entstanden ist lässt sich nicht in ein paar Sitzungen auflösen.

00:02:28: viele der Muster die einen in der Gegenwart belasten hatten irgendwann mal eine Funktion.

00:02:33: sie waren entweder bewältigung strategien oder Schutzmechanismen oder vielleicht auch Reaktionen auf super schwierige Situationen, auf Beziehungen oder Erfahrungen.

00:02:45: Und bei Essstörungen zeigt sich das besonders deutlich – dass Essverhalten egal ob das jetzt Restriktion ist, ob das Essenfälle sind, sonstige Formen von Kompensationsverhalten hat einfach häufig eine Funktion und es kann ein Versuch sein Kontrolle zu erleben in einem Leben, das sich sehr unkontrollierbar anfühlt.

00:03:07: Und es kann auch eine Art sein, mit schwierigen Gefühlen umzugehen.

00:03:12: Es kann sich eine Art zu betäuben oder sich halt auch zu regulieren.

00:03:17: Es ist ein Ausdruck von etwas sein das sich nicht anders ausdrücken lässt und was früher aber geholfen hat oder zumindest mal notwendig war, um schwierige Zeiten zu überstehen.

00:03:31: Kann heute in der Gegenwart aber zur Last werden – so einer Krankheit und somit eigentlich zu einem sehr eingeschränkten Leben.

00:03:39: Manche sagen auch ich bin eingesperrt in meiner

00:03:42: Essstörung.".

00:03:44: Und da setzt Therapie an!

00:03:46: Therapie, also Psychotherapie versucht nicht nur das Esverhalten zu verändern sondern die dahinterliegenden Zusammenhänge zu verstehen.

00:03:55: Also was erfüllt die Essstörung für einen Zweck?

00:03:59: Welche Bedürfnisse stecken dahinter und wie können diese Bedürfenisse auf eine andere gesündere Weise erfüllt werden.

00:04:08: Und es geht dabei nicht darum repariert zu werden, das ist ein Prozess... Ein tiefgreifender Prozess der weit über das Essen hinausgeht!

00:04:22: Veränderung in so einem Therapieprozess verläuft auch nicht linear.

00:04:27: Veränderung passiert einfach nicht linear.

00:04:30: Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang nämlich oft fällt ist eben der Veränderungsprozess.

00:04:35: und therapeutische Veränderungen passiert nicht plötzlich.

00:04:38: sie passiert nicht so dass es von Woche zu Woche stetig bergauf geht.

00:04:43: Es gibt Phasen in denen Fortschritte spürbar sind In denen ein Mensch wirklich zwei drei große Schritte nach vorne macht.

00:04:53: eine Phase oder Phasen, in denen sich etwas löst.

00:04:57: In denen mehr Klarheit entsteht und auch mehr Handlungsfähigkeit.

00:05:01: Und dann gibt es aber auch Phasens, in den es stagniert oder sich sogar wieder schwieriger anfühlt.

00:05:10: Bei S-Störungen finde ich ziemlich herausfordernd.

00:05:13: Es kann passieren dass jemand über Wochen stabil ist vielleicht an einen Ernährungsplan hält, damit der Dietologin oder dem Dietologen vereinbart wurde.

00:05:23: Die Gedanken ruhiger werden und die Lebensqualität sich schon verbessert hat.

00:05:29: Und dann kommt ein Rückfall.

00:05:31: Ein Rückfall in alte Verhaltensweisen.

00:05:33: Ein Rückfall zu einem Essernfall usw.

00:05:37: Und alte Verhaltensweisen tauchen einfach wieder auf.

00:05:40: Und die Stimme der Essstörung wird dann plötzlich wieder lauter!

00:05:43: Und das kann sich anfühlen, wie ein komplettes Scheitern.

00:05:49: Wie der absolute Beweis dafür dass Therapie nicht funktioniert und dass man es einfach nicht schafft.

00:05:56: also oft kommt da dann auch eine persönliche Abwertung hinein.

00:06:01: aber genau das stimmt nicht.

00:06:03: diese Rückschritte sind kein Versagen sie sind Teil des Prozesses Sie gehören eigentlich dazu Und ich habe es noch nie erlebt, dass ein Prozess ohne Rückschritte funktioniert hat.

00:06:16: Und ja manchmal tauchen alte Muster wieder auf weil gerade eine besonders stressige Phase ist, weil vielleicht eine zusätzliche Belastung aufgetaucht ist mit der man nicht gerechnet hat.

00:06:27: Manchmal weil ein tieferes Thema vielleicht auch berührt wurde das noch nicht vollständig verarbeitet ist.

00:06:33: Manmal auch einfach weil Veränderungen halt eben nicht geradlinig verläuft und zwar bei niemandem!

00:06:40: Und in der Psychotherapie können diese Momente, Rückfälle auch genutzt werden.

00:06:46: Das heißt man schaut hin was ist passiert?

00:06:49: Was hat diesen Rückfall ausgelöst?

00:06:51: Was kann vielleicht auch daraus gelernt werden?

00:06:54: Jeder Rückfall enthält nämlich extremst wichtige und gute Informationen.

00:07:00: Es zeigt einem wo es noch Arbeit braucht.

00:07:02: Es zeigt einen wo die Verletzlichkeit liegt Wo die Essstörung noch ihre Funktion erfüllt.

00:07:11: Ja, es liefert einfach wirklich total viele Hinweise für den weiteren Prozess und Psychotherapist in diesem Sinne vergleichbar eigentlich mit einem Lernprozess.

00:07:21: Neue Denkweisen, neue Verhaltensweisen müssen nicht nur verstanden werden sie müssen vor allem auch eingeübt werden ausprobiert werden in den Alltag integriert werden das heißt erlebt werden und das bedeutet auch Es wird Fehler geben!

00:07:37: Es wird Rückschritte geben und das gehört dazu Weil wie bei jedem Lernen braucht es Wiederholung, es braucht Geduld.

00:07:44: Es braucht Zeit und oft leider ein bisschen mehr Zeit als man sich das vielleicht auch wünscht.

00:07:53: Und ein weiterer Aspekt der zum Verständnis beiträgt ist vielleicht der Unterschied zwischen Symptomen und Mustern.

00:08:00: Ein Symptom oder Symptome sind das was an der Oberfläche sichtbar ist Es verhalten selbst oder die Angst vor bestimmten Lebensmitteln, die Zwänge rund um Bewegung oder das Kalorienzellen.

00:08:13: Die körperlichen Folgen bei anderen psychischen Erkrankungen können das zum Beispiel Panikattacken sein oder depressive Verstimmungen, Schlafstörungen

00:08:22: usw.,

00:08:23: diese Symptome können sich unter bestimmten Bedingungen auch relativ schnell verändern.

00:08:29: Ein strukturierter Alltag zum Beispiel, Entlastung von Stress oder eine engmaschige Begleitung – all das kann helfen um Symptome zu reduzieren und manchmal fühlt es sich dann nach wenigen Wochen dann auch schon besser an.

00:08:45: Und das ist wichtig und auch richtig da auf der Symptom-Ebene unter anderem auch zu arbeiten.

00:08:51: aber es ist nicht ausreichend.

00:08:53: Psyrtherapie zielt häufig nämlich oder sollte meines Erachtens tiefer gehen.

00:08:58: Sie arbeitet an den zugrunde liegenden Mustern und bei S-Störungen sind das oft Themen wie der Selbstwert, oder das Gefühl nie gut genug zu sein – der Glaube nur durch Leistung, nur durch Kontrolle oder einen bestimmten Körper liebenswert zu sein.

00:09:16: Auch schwierige Beziehungserfahrungen können Thema sein, verschiedenste Traumata Perfektionismus, Schwierigkeiten in der Emotionsregulation.

00:09:24: Also die Fähigkeit mit schwierigen Gefühlen umzugehen ohne zu destruktiven Mitteln zu greifen.

00:09:30: und diese Ebenen sind tiefer verankert.

00:09:33: sie haben sich über Jahre entwickelt und sind eng verknüpft mit der persönlichen Lebensgeschichte mit dem was erlebt und gelernt wurde.

00:09:43: ein konkretes Beispiel jemand mit einer S-Störung kann lernen wieder regelmäßig zu essen.

00:09:47: das ist wichtig und wertvoll Körperlich überlebensnotwendig sogar.

00:09:53: Aber wenn das dahinter liegende Thema vielleicht ein Gefühl von Wertlosigkeit oder nicht genug sein, von Angst vor Ablehnung nicht mitbearbeitet wird dann bleibt da eine Verletzlichkeit bestehen, eine Vulnerabilität und die Essstörung mag sich zwar zurückziehen aber bei der nächsten größeren Krise kann sie wiederkommen.

00:10:17: Oder es entwickelt sich ein anderes Symptom, vielleicht exzessiver Sport, vielleicht Alkohol und eine Depression.

00:10:23: Es kommt dann zu einer Verschiebung, weil das zugrunde liegende Problem nicht mit bearbeitet wurde.

00:10:29: Das ist kein persönliches Versagen – das ist ein Hinweis darauf, dass da eine tiefere Ebene einfach noch Aufmerksamkeit braucht.

00:10:36: Dass es nicht reicht nur das Verhalten zu verändern sondern auch das was darunter liegt Raum bekommen muss!

00:10:45: Und genau deshalb dauert Therapie bei Essstörungen oder auch anderen Erkrankungen oft länger als Betroffene und Angehörige sich das wünschen.

00:10:54: Es geht nämlich einfach um viel, viel mehr als wie nur um Essen – es geht um die Identität, um Beziehungen, um Selbstbild vor allem um Emotionen und eigentlich alle möglichen Lebensthemen!

00:11:08: Ich finde einen Punkt der besonders wichtig ist Veränderung passiert nicht nur im Kopf.

00:11:13: Viele Menschen, die von einer Essstörung betroffen sind haben ein sehr gutes Verständnis von ihrer Situation.

00:11:20: Sie können erklären warum sie so sind wie sie sind.

00:11:22: Sie kennen ihre Auslöser, sie kennen ihre Muster und ihre Geschichte, haben Bücher gelesen vielleicht Podcast gehört sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und trotzdem fällt es schwer sich anders zu verhalten und das liegt daran dass emotionale und auch körperliche Reaktionsmuster oft automatisiert sind.

00:11:43: Sie laufen ab, bevor der Verstand eingreifen kann und der Körper reagiert, bevor man nachdenken kann.

00:11:50: Und bei Essstörungen zeigt sich das finde ich schon auch sehr klar – der Impuls nach einem schwierigen Gespräch oder nach einer schwierigen Situation zu restriktiven Essen beispielsweise zu greifen oder einen Essanfall zu haben ist oft schneller als jeder rationale Gedanken.

00:12:07: Das Unbehagen, auch beim Anblick bestimmter Lebensmittel ist körperlich und nicht nur kognitiv.

00:12:15: Die Angst vor Gewichtszunahme sitzt auch nicht im Kopf sondern im gesamten Nervensystem.

00:12:20: Deshalb reicht das nicht etwas zu verstehen – es muss im Erleben neu erfahren werden!

00:12:29: Das bedeutet neue Situationen durch Leben, in denen man anders reagiert.

00:12:33: Erfahrungen machen die den Alten widersprechen.

00:12:36: Spüren dass es anders geht nicht nur wissen ein Lebensmittel essen zum Beispiel vor dem man Angst hatte und erleben das nichts Schlimmes passiert oder dass man die Gefühle die in dem Moment kommen dass man denen gut begegnen kann, sie aushalten kann, Strategien hat um mit diesen Gefühlen umzugehen und die Situation zu meistern.

00:12:59: Das wäre beispielsweise auch ein Erleben wie ich mit einer Situation anders umgehe.

00:13:04: Einen schwierigen Tag überstehen ohne zuerst Störungsverhalten zu greifen und bemerken Ich habe das ausgehalten und die Gefühle sind vorüber gegangen Und diese neuen Erfahrungen müssen sich wiederholen, immer wieder bis sie sich einprägen.

00:13:18: Bis das Nervensystem lernt dass es sicher ist bis neue Muster entstehen können und das braucht Wiederholung.

00:13:24: Es braucht sehr viel Sicherheit und ja vor allem Zeit oft eben mehr Zeit als man sich halt wünscht.

00:13:34: Ein letzter Aspekt den ich jetzt in der Folge noch ansprechen möchte, ist die Ambivalenz gegen Überveränderung.

00:13:40: Viele Menschen kommen mit dem starken Wunsch in die Psychotherapie, dass sich etwas ändert.

00:13:44: Sie wollen endlich frei sein von der Essstörung, sie wollen endlich wieder leben können, sie sind bereit alles dafür zu tun.

00:13:52: und gleichzeitig gibt es da einen anderen Teil, einen Teil, der Angst hat ein Teil, Kante klammert, auch wenn das Bekannte eigentlich schmerzhaft ist und etwas ist was man ja loswerden möchte.

00:14:07: Und das ist aber völlig normal!

00:14:11: Das Thema Ambivalenz in den Therapien zu besprechen.

00:14:14: S-Störungen sind eben nicht nur einfach schlechte Angewohnheiten, sie erfüllen eben offene Funktionen.

00:14:20: Sie geben ein Gefühl von Sicherheit oder helfen mit Gefühlen umzugehen.

00:14:26: Esstörungen strukturieren sehr stark den Alltag, helfen bei Entscheidungen, geben eine Identität.

00:14:31: so traurig das Klingemark.

00:14:32: aber für viele Menschen wird die S-Starung zu einem Teil dessen wer sie ist.

00:14:37: Und die Essstörung aufzugeben, bedeutet all das loszulassen.

00:14:40: Das bedeutet sich fragen zu stellen wie wer bin ich ohne die Esssteuerung?

00:14:44: Wie gehe ich mit schwierigen Gefühlen um wenn nicht mehr auf das Essverhalten zurückgreifen kann?

00:14:51: was wenn ich dann zunehme und mich in meinem Körper nicht mehr wohl fühle oder nicht mehr sicher fühle?

00:14:56: Was wenn sich dadurch meine Beziehungen verändern?

00:14:59: und was um Himmels Willen mache Ich mit der Zeit die mir zur Verfügung steht Wenn ich mich nicht mehr damit beschäftige?

00:15:05: Ich muss fragen, die logischerweise Ängste auslösen.

00:15:11: Und diese Ängsten sind, finde ich nachvollziehbar und diese Ägste lösen aber aus dass man einerseits vielleicht dann doch lieber verharren möchte in dem was man kennt.

00:15:24: Aber ein anderer weil es gibt meines Erachtens immer auch einen rational vernünftigen gesunden Anteil.

00:15:30: da weiß boah ob ich darf nicht mehr verharmen.

00:15:32: und somit kämpfen zwei verschiedene Anteile in einem und es beginnt ein bisschen wie so einen Krieg von zwei Seiten.

00:15:41: Und das verlangsamt natürlich auch ein Stück weit den Therapieprozess, aber es ist einfach ein ganz zentraler Bestandteil und er ist vor allem sehr oft da.

00:15:51: Es geht hier nicht darum dass jemand nicht möchte oder dass jemand mit Absicht Widerstand leistet sondern es ist Angst davor sich aus dem gewohnten rauszunehmen, um sich auf ein Terror zu begeben von dem man keine Ahnung hat.

00:16:10: Und das löst einfach Gefühle aus und ich finde es ist nachvollziehbar und das muss auch im Therapieprozess berücksichtigt werden unvalidiert werden.

00:16:20: und dann die Geschwindigkeit der Bearbeitung der Themen, also da muss diese Ambivalenz einfach mit bedacht werden, Also in der Therapie finde ich, darf diese Ambivalenz da sein und sie darf angeschaut werden.

00:16:37: Und meines Erachtens ist sie kein Hindernis das per se beseitigt werden muss sondern ein Bestandteil eigentlich ein fixer Bestandteil des Prozesses und Das darf man einfach nicht ausklammern.

00:16:49: und mit der Zeit Mit neuen Erfahrungen Der Bearbeitung, auch der Biografie und so weiter kann sich das Verhältnis aber verschieben.

00:16:58: Die Angst vor Veränderungen kann kleiner werden und die Sehnsucht oder der Wunsch nach einem Leben ohne die Essstörung kann stärker werden.

00:17:06: Aber das passiert eben wie gesagt nicht über Nacht sondern in kleinen Schritten also so step by step.

00:17:16: Vor diesem Hintergrund finde ich, wird schon verständlich warum eben Psychotherapie keine schnelle Lösung ist.

00:17:21: Vor allem nicht bei Essstörungen weil es soll ja nachhaltig sein.

00:17:25: Maßnahmen die nur auf kurzfristige Symptomreduktion abzielen ohne die zugrunde liegenden Probleme zu berücksichtigen führen häufig dazu dass Probleme später in einer anderen Form wieder auftreten oder die S-Störung halt einfach wieder zurückkommt.

00:17:43: und das Gewicht kann zwar wieder hergestellt werden, aber wenn eben die dahinterliegenden Themen nicht bearbeitet sind bleibt das Rückfallsrisiko sehr hoch.

00:17:56: Also Psychotherapie ist eher ein Entwicklungsprozess.

00:18:01: ich finde man kann Psychotherapien ja als dass verstehen, die unterstützt und Menschen dabei hilft sich selbst besser zu verstehen oder auch neue Perspektiven einzunehmen.

00:18:12: Schrittweise andere Wege im Umgang mit sich den Gefühlen unter Umwelt zu entwickeln und ja auch zu trauern um die Zeit die die Essstörung vielleicht auch gekostet hat, um die Möglichkeiten die verpasst wurden, um das Leid dass dann fahren wurde aber auch das Trauern um die Essstörung, die lange doch sehr vertraut war und ein quasi Begleiter war.

00:18:38: Und manchmal kommt man in eine Situation des Vermissens hinein – auch das ist ein wichtiges Thema!

00:18:45: Das Zeitbrauch, das Raumbrauch muss berücksichtigt werden.

00:18:49: Und Psychotherapie oder dieser Prozess ist nicht immer angenehm.

00:18:53: Manchmal führt es auch dazu, dass sich Dinge vorübergehend sogar schwieriger anfühlen weil bisherige Bewältigungsstrategien eben hinterfragt werden und die neuen noch nicht stabil da sind.

00:19:04: genau deshalb gibt Duldk finde ich kein Nebenproduktatherapie, sondern echt ein ganz wesentlicher Bestandteil und Veränderung braucht Wiederholung.

00:19:14: Es braucht ganz viel Sicherheit es braucht Beziehungsarbeit es braucht Zeit um stabil zu werden.

00:19:23: Und wenn wir das was wir jetzt heute besprochen haben zusammenfassen psychotherapist keine schnelle Lösung.

00:19:29: sie ist ein strukturierter Prozess.

00:19:32: ein begleiteter Veränderungsprozess bietet keinen sofortigen Ausweg aus allen Schwierigkeiten, aber einen Rahmen in dem grundsätzlich langfristige Veränderungen möglich werden.

00:19:47: Und was über Jahre entstanden ist, braucht einfach Zeit um verarbeitet zu werden!

00:19:54: Es gilt besonders für Ästerungen, aber auch natürlich für andere Erkrankungen.

00:19:58: Und hier bei Ästerung ist eben die Identität so stark damit verwoben – das Selbstwert, das Selbstbewusstsein, der Selbstvertrauen, Emotionsregulation

00:20:07: usw.,

00:20:08: ist damit so stark verknüpft dass es wirklich viele Themen sind, die man in der Therapie da angehen muss und die Veränderung verläuft eben nicht linear!

00:20:18: Es gibt Fortschritte, es gibt Rückschritten und beides gehört dazu.

00:20:23: Rückfälle sind wie vorher gesagt kein Beweis für Versagen, man kann es hernehmen als etwas das kommt einfach vor.

00:20:30: Es passiert, man ist ein Mensch, es ist menschlich.

00:20:33: aber man kann auch sehr viel aus dem wieder raus nehmen und für sich in den Therapieprozess als neue wertvolle Informationen integrieren um dann doch vielleicht wieder nach vorne zu kommen.

00:20:44: Und zum Tome können sich schneller verändern als die dahinter legenden Muster.

00:20:50: Also das Esverhalten zu stabilisieren ist wichtig, aber es ist oft nur der erste Schritt und die tieferen Themen brauchen ebenfalls ganz viel Aufmerksamkeit.

00:20:59: Weil Verstehen allein reicht nicht – es braucht eben neue Erfahrungen, es braucht ein neues Erleben!

00:21:04: Das Nervensystem muss lernen dass es sicher ist und das geschieht durch Wiederholung.

00:21:14: Auch genau das so.

00:21:15: der entscheidende Punkt, nicht die Geschwindigkeit, entscheidet über den Erfolg einer Therapie.

00:21:20: Sondern die Nachhaltigkeit eigentlich der Veränderung und Geduld mit sich selbst zu haben ist keine Schwächen.

00:21:25: Es ist tatsächlich ein ganz wichtiger Teil des Weges und ein Erfolge wenn man es schafft mit sich auch selbst geduldig zu sein.

00:21:33: Ja!

00:21:33: Das war die heutige Folge von Lebenskunst für alle, die gerade selbst in einem therapeutischen Prozess stecken sei wegen einer Essstörung oder einer anderen psychischen Erkrankung.

00:21:45: Wenn es sich manchmal anfühlt, als würde es zu langsam gehen, also würde man auf das Stelle treten, als wäre da kein Fortschritt dann ist das normal.

00:21:52: Das darf man auch ansprechen in der Therapie, es zum Thema machen.

00:21:56: Es bedeutet eben oft nicht dass die Therapie nicht wirkt, es bedeutet auch nicht immer, dass etwas falsch läuft aber man darf es besprechen um gemeinsam zu schauen wo steht man gerade?

00:22:06: Veränderungen braucht halt eben Zeit und ich finde das ist auch in Ordnung.

00:22:10: Es ist vielleicht auch sogar ein Zeichen dafür, dass etwas tiefes passiert.

00:22:15: Vielen Dank, dass ihr heute zugehört habt!

00:22:17: Passt gut auf euch auf und bis zur nächsten Folge!

00:22:20: Tschüss!

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