LGBTIQ* und Essstörungen: Zwischen Identität, Körper und psychischer Gesundheit

Shownotes

LGBTIQ*-Personen erleben öfter psychische Belastungen, Diskriminierung und Barrieren. Diese Folge erklärt, wie gesellschaftliche Bedingungen, Stress, Konflikte und Körpererleben Essstörungen beeinflussen. Es geht darum, warum nicht die Identität an sich, sondern die Lebensbedingungen das Risiko erhöhen, sowie Themen wie Diskriminierung, Coming-out, Vorurteile, Körperbild, Passing, Scham und Unterstützung. Außerdem wird die Rolle von Essstörungen und die Bedeutung einer offenen und diskriminierungssensiblen Therapie diskutiert. Eine Folge über Identität, Sicherheit, Körper und den Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Lebensrealität.

IG: @psychotherapie.wien

Homepage: www.praxis-verhaltenstherapie.at

Links:

Österreich: Essstörungshotline: https://www.wig.or.at/selbsthilfe-beratung/hotline-fuer-essstoerungen Österreichische Gesellschaft für Essstörungen: https://www.oeges.or.at/Essstoerungen/Hilfe-fuer-Betroffene/Beratungsstellen/

Deutschland: Hilfe bei Essstörungen: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/ Deutsche Gesellschaft für Essstörungen: https://www.dgess.de

Schweiz: Essstörungsinfos: https://www.pepinfo.ch/de/anlaufstellen/index.php Schweizer Gesellschaft für Essstörungen: https://sges-ssta-ssda.ch

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu meiner Podcast-Lebenskunst, dem Podcast über S-Störungen und allem was damit verbunden ist.

00:00:16: Hallo und herzlich Willkommen zu meine Podcast Lebenskunst!

00:00:20: Mein Name ist Katja und dass einer meiner Schwerpunkte S- Störungen sind, wisst ihr ja bereits.

00:00:26: aber ich habe auch noch einen zweiten Schwerpunkt und das sind Themen rund um Identität Auch in meiner Arbeit beispielsweise Transpersonen während ihres Transitionsprozesses begleite.

00:00:42: Und kürzlich habe ich einen Vortrag zum Thema LGBTQ und S-Störungen gehalten, und auf Wunsch man Herr Zuhörerinnen habe ich das Thema für den Podcast danach aufgegriffen Also um die psychische Gesundheit von Personen aus der Community mit Fokus auf Essstörungen.

00:00:59: Denn es gibt durchaus recht viele Menschen, die davon betroffen sind – sie kämpfen leider oft im Stillen und genau deshalb sprechen wir heute darüber!

00:01:09: Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Zuhören!

00:01:18: Wenn ich zurückblicke, wie ich zu diesem Schwerpunkt gekommen bin dann war das jetzt nicht wirklich so ein bewusster Plan sondern es hat sich eigentlich aus der Praxis heraus entwickelt.

00:01:28: Weil im Laufe meiner Tätigkeit ist mir schon aufgefallen dass wir in der Arbeit immer wieder Menschen begegnen die neben einer Essstörung auch Themen aus dem LGBTQ Plus Spektrum mitbringen und gleichzeitig hatte ich aber auch in Teambesprechungen oder auch Supervisionen auf den Eindruck, dass diese Themen bei anderen kaum eine Rolle spielen.

00:01:52: Oder zumindest selten auch aktiv angesprochen

00:01:55: werden.".

00:01:56: Und das hat mich, muss ich sagen, zunächst schon sehr irritiert weil mit der Zeit wurde mir halt schon klar, dass dieser Aspekt in vielen Kontexten vielleicht ja auch gar nicht erst zur Sprache kommen und häufig wird nicht danach gefragt oder es bestehen Unsicherheiten im Umgang damit.

00:02:14: Und meine eigene Hypothese ist, dass hier ein vielleicht auch Berührungsängste eine Rolle spielen könnten und das das Thema schlichtweg zu wenig mitgedacht wird.

00:02:24: Und wenn wir uns nun die gesundheitliche Situation von LGBTQ Plus Personen anschauen, dann zeigt sich dass es lange Zeit nur wenig systematische Daten dazu gab.

00:02:36: Erst in den letzten Jahren hat sich diese Datenlage auch verbessert und eine große Studie des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr sowie der darauffolgenden Gesundheitsberichtern lieferten erstmals eigentlich eine breitere Grundlage.

00:02:54: Und diese Daten habe ich mir genauer angeschaut und sie zeigen doch recht deutlich, dass LGBTQIQ-Plus Personen ihren Gesundheitszustand insgesamt schlechter einschätzen als die durchschnittliche Bevölkerung – und besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied bei jungen Menschen zwischen fifteen und zwanzig Jahren!

00:03:15: Wenn man die LGBTQ Plus Community differenzierter betrachtet, wird auch schnell klar dass es sich um eine sehr heterogene Gruppe handelt.

00:03:25: Also je nach Geschlechtsidentität zeigen sich deutliche Unterschiede zum Beispiel.

00:03:30: Zispersonen also Menschen die sich ihrem biologischen Geschlecht zugehörig fühlen bewerten ihre Gesundheit deutlich häufiger als gut oder sehr gut während nur ein kleinerer Anteil sie als schlecht einschätzt.

00:03:43: Bei intergeschlechtlichen Personen liegt ein größerer Teil im mittleren Bereich und besonders auffällig sind Personen, die sich als Transident oder Nichtbinär bezeichnen.

00:03:58: Und hier bewerten weniger als die Hälfte ihrer Gesundheit als gut während ein vergleichsweise hoher Anteil die eigene Gesundheit also schlechter lebt.

00:04:10: im Hinblick auf die sexuelle Orientierung zeigen sich ebenfalls Unterschiede.

00:04:14: Also zum Beispiel lesbische oder schwule Personen, also homosexuelle Personen schätzen ihre Gesundheit häufiger als gut ein während bi, pansexueller oder Menschen, die sich als queer bezeichnen und zuordnen, ihre Gesundkeit schlechter betiteln und sie schlechter fühlen.

00:04:35: Ein Aspekt, der mir vor allem immer wieder aufgefallen ist auch in meiner Arbeit.

00:04:39: Ist die Situation von bisexuellen Personen... Auch wenn die Studie dazu jetzt keine eindeutigen Erklärungen geliefert hat – also ich konnte sie zumindest nicht rauslesen – zeigt sich in der Praxis – das ist meine persönliche Erfahrung und bzw.

00:04:54: auch der Austausch in der Community mit verschiedensten Menschen – dass bisexyuelle Personen häufig sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch innerhalb der Community-Diskriminierung erleben.

00:05:07: Und Sätze, die ich gehört habe bzw.

00:05:11: Dinge, die mir gesagt wurden sind zum Beispiel Ich werde nicht ernst genommen oder ich hab schon die Aufforderung bekommen mich doch zu entscheiden oder dass gewisse Vorannahmen vorherrschend sind oder auch Unsicherheiten gegenüber Personen, die sich als bisexuell bezeichnen.

00:05:34: Im Sinne von wenn es dann ernst wird, wird sie sich sicher für das gegensätzliche Geschlecht entscheiden und den einfachen Weg gehen.

00:05:43: Und das kann zu einer zusätzlichen Belastung führen!

00:05:47: Dabei handelt es sich jetzt aber wirklich um eine persönliche Wahrnehmung und nicht um ein Studienergebnis, das ich gefunden habe.

00:05:53: Und wenn man diese Unterschiede aber in einen größeren Kontext wieder einordnet, wird deutlich dass sie sich also die Unterschiede vor allem durch strukturelle Aber auch soziale Belastungen erklären lassen.

00:06:04: LGBTQ Personen sind häufiger mit Diskriminierung oder Ausgrenzung rechtlichen Unsicherheiten oder rechtlichen Einschränkungen eingeschränkte gesellschaftlicher Teilhabe, so wie auch Mobbing oder mit Gewalt konfrontiert.

00:06:18: Und all diese Erfahrungen wirken sich sowohl auf die psychische Gesundheit aus als auch auf die körperliche.

00:06:27: Was ist also die Folge daraus?

00:06:30: Häufig zeigen sich bei Betroffenen erhöhter Stress eine geringere Selbstakzeptanz Aber es wurde auch ganz oft genannt Gefühle von Einsamkeit und Isoliertsein.

00:06:46: Und daraus ergibt sich dann wieder in weiterer Folge ein insgesamt erhöhtes Risiko für eben psychische und körperliche Erkrankungen sowie auch für gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien.

00:07:00: Und besonders deutlich wird das dann in höheren Raten, die man dann eben noch so Studien rauslesen kann an Depressionen und Angststörungen, Suizidgedanken oder auch an Essstörung.

00:07:12: Was ich in meiner Recherche auch herausfinden konnte ist dass diese Ergebnisse jetzt kein rein österreichisches Phänomen sind.

00:07:20: Ich habe auch Studien aus Deutschland und der Schweiz gesucht und sie kommen zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

00:07:25: Auch dort zeigt sich, dass LGBTQ-Personen häufiger psychische Belastungen erleben und ihren Gesundheitszustand schlechter einschätzen.

00:07:34: Wichtig ist aber dabei die Studien sind methodisch unterschiedlich aufgebaut gewesen – nicht direkt vergleichbar!

00:07:41: Aber die grundlegende Tendenz war konsistent und das fand ich sehr spannend.

00:07:47: Und so ein zentrales Muster, das sich daraus ableiten lässt, ist Folgendes.

00:07:52: Nicht die Identität selbst ist das Risiko für die Personen, sondern die Bedingungen unter denen sie gelebt wird.

00:08:03: Ja?

00:08:03: Das heißt ein ganz besonders relevanter Faktor sind eben Diskriminierungserfahrung und Gewalterfahrung!

00:08:10: Und in Österreich haben in dieser Studie neunundachtzig Prozent der befragten Personen in mindestens einem Lebensbereich bereits Diskriminierung erlebt.

00:08:22: Das reicht von subtilen Formen der Ausgrenzung bis zu offenen Angriffen und Gewalterfahrung.

00:08:30: Und auch ein ganz, ganz großer Punkt ist Cybermobbing.

00:08:35: Cybermobile spielt eine ganz wesentliche Rolle.

00:08:39: Unter Cybermobil versteht man das absichtliche oder das wiederholte Beleidigen einer Person über digitale Medien.

00:08:51: also über Social Media.

00:08:52: Und so gut und toll das Internet auch ist, es birgt halt einfach auch Gefahren weil ein großes Problem am Internet ist dass sich Inhalte dort extrem schnell verbreiten lassen und vor allem sind sie auch wenn mal was draußen ist, ist es draußen und es lässt sich nur sehr schwer wieder entfernen.

00:09:13: Und dadurch erreicht diese Form des Mobbings eine sehr große Reichweite, also ein besonders breites Publikum.

00:09:24: Und im Internet sind dann die Opfer diesen Attacken eigentlich auch und das darf man nicht vergessen rund um die Uhr ausgeliefert.

00:09:33: Ja, vierundzwanzig sieben egal wo man sich gerade befindet und dass heißt man kann das irgendwie auch nicht stoppen.

00:09:40: es ist nicht ich bin in der Schule werde dort von einer Person oder einer Gruppe gemobbt Ich kann nach Hause gehen und bin dann mal in meinem sicheren Rahmen sondern Cybermopping ist so allgegenwärtig.

00:09:50: Und ein weiterer wichtiger Aspekt in dem Punkt ist, dass auch Täterinnen ziemlich anonym oder anonym agieren können und wodurch die Hemmschwelle bei ganz vielen Menschen sinkt.

00:10:04: Die Angriffe dann dadurch finde ich persönlich oft besonders heftig ausfallen.

00:10:08: also wenn Menschen sich geschützt fühlen das man eh nicht drauf kommt wer sie sind trauen sich viele plötzlich ganz schlimme Dinge zu sagen Und das macht was mit einem Menschen.

00:10:19: Also, es geht an niemandem spurlos vorbei.

00:10:23: Diskriminierung oder Ausgrenzung und Mobbing ist so viel mehr... Das findet nicht nur im sozialen Umfeld statt sondern auch in Institutionen die eigentlich Schutz bieten sollten wie beispielsweise das Gesundheitswesen.

00:10:43: Viele Betroffene berichten auch, dass es da einfach oft nicht mal wirklich böse gemeint aber eine mangelnde Sensibilität gibt oder und das ist glaube ich öfters noch das größere Problem unzureichendes Wissen seitens des Fachpersonals.

00:11:00: manchmal zu wenig wissen da und dann können die natürlich auch gar nicht so gut oder adäquat auf diese Situation eingehen.

00:11:08: Und das löst halt beim Gegenüber wiederum ganz viel Unsicherheit aus!

00:11:12: Wie gesagt, ich glaube ganz oft – und es haben ja viele auch schon berichtet – ist es gar nicht böse gemeint, dessen sind sie sich oft auch bewusst aber es hinterlässt trotzdem ein ungutes Gefühl eine Unsicherkeit, einen Unwohlsein Manchmal auch nicht gesehen fühlen, nicht verstanden fühlen und das stärkt jetzt oft nicht das Vertrauen in das Gesundheitswesen.

00:11:37: Das heißt eine Folge davon ist immer wieder dass Gesundheitsangebote wie beispielsweise Kontrolluntersuchungen dann einfach weniger in Anspruch genommen werden.

00:11:47: Und regelmäßige Gesundheitschecks sind aber einfach sehr wichtig!

00:11:52: Gesundheitschecks oder Gesundheitskontrollen helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

00:11:57: Und dadurch können halt Risiken wie wir eh wissen minimiert werden und im besten Fall die Lebensqualität auch gesichert werden.

00:12:04: durch Vorsorgeuntersuchungen ist eine Früherkennung von Krankheiten möglich.

00:12:10: Dafür brauchen wir diese Vorsorgeuntersuchungen.

00:12:13: Traue ich mich aber nicht hinzugehen weil ich Angst habe davor diskriminiert zu werden Problematischen Kommentaren ausgesetzt zu sein oder weil ich Angst habe davor nicht ernst genommen zu werden, dann schwindet die Möglichkeit der Früherkennung von Krankheiten.

00:12:31: Und das ist ein Problem!

00:12:34: Das heißt diese Konsequenzen von Diskriminierung sind sehr weitreichend.

00:12:39: Es vermindert das Selbstwertgefühl es erhöht Ängste, es fördert oft depressive Symptomatiken teilweise auch ein vermehrter Substanzkonsum und eben die Vermeidung von Hilfe.

00:12:52: Das heißt jetzt nicht, dass jeder Mensch das so entwickelt!

00:12:54: Das heißt nur, dass man herausgefunden hat, dass Diskriminierungserfahrungen all diese Aspekte – also die Verletzlichkeit in all diesen Aspekten erhöht Zwischenfazit.

00:13:09: LGBTQ Plus-Personen erleben einfach im Vergleich zur Gesamtbevölkerung häufiger Diskriminierung, häufiger Ausgrenzung und auch strukturelle Barrieren sowohl in sozialem Umfeld als auch im Gesundheitswesen oder in anderen Bereichen des Lebens.

00:13:29: Und diese Belastungen wirken sich direkt auf die psychische Gesundheit aus und direkt auf körperliche Gesundheit, und erhöhen das Risiko für Stress, für Angst, für Depressionen, für gesundheitsschädliche Bewertigungsstrategien, für erhöhten Substanzkonsum

00:13:45: usw.,

00:13:46: und entscheidend ist eben wie vorher auch mal gesagt nicht mein Sein an sich Also meine sexuelle Orientierung oder meine Geschlechtsidentität führt zum Problem, sondern die Bedingungen unter denen den Menschen leben.

00:14:04: Und wenn man all diese Aspekte zusammenführt wird deutlich das LGBTQ Jugendliche, wenn wir da jetzt mal noch auf diesen jüngeren Bereich also jüngere Menschen eingehen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt sind neben all dem, was die Pubertät generell schon so mit sich bringt.

00:14:23: Und genau in diesem Kontext spielen psychische Erkrankungen und insbesondere S-Störungen eine wichtige Rolle – weil wie ich das schon gefühlt hunderttausendmal gesagt habe, S-Sstörungen sind nie isoliert!

00:14:35: Es ist wirklich, wirklich oft einfach eine Reaktion auf ein ganz komplexes Zusammenspiel von verschiedensten Faktoren.

00:14:44: Inneren Faktor, äußeren Faktorn Und jetzt haben wir äußere Faktoren schon ein bisschen angeschaut, eben verschiedenste Formen und Möglichkeiten wie ein Mensch auch diskriminiert werden kann von außen quasi Belastungsfaktoren zukommen.

00:14:59: Jetzt schauen wir mal nach innern.

00:15:03: Ja was spielt sich im Inneren eines Menschen ab?

00:15:07: Ein wichtiger Prozess in diesem Zusammenhang ist das innere Coming Out.

00:15:12: Damit ist der Moment gemeint, in dem sich eine Person ihrer eigenen Identität bewusst wird.

00:15:19: Sei es die sexuelle Orientierung, sei es eine Form der Geschlechtsidentität – was auch immer!

00:15:23: Dieser Prozess ist sehr oft mit gefühlender Unsicherheit verbunden und von Angst verbunden Und manchmal löst das auch starke innere Konflikte aus.

00:15:37: Da beginnt oft schon die Angst vor dem Außen, nämlich davor was das Umfeld sagen wird.

00:15:43: Wie das Umfelt reagieren wird und je nachdem je nach kultureller oder religiöser oder politischer Zugehörigkeit kann das enorm viel Angst auslösen oder manchmal auch ein bisschen mehr Sicherheit geben.

00:15:58: Je nachdem wie offentolerant oder okay Dinge im Außen erlebt werden Und wie gesagt je nachdem kann die Angst auch wirklich rational eine sein, die berechtigt ist.

00:16:11: Sprich es handelt sich sicher nicht immer bei jedem aber immer wieder auch um eine sehr reale, nicht irrationale Angst vor negativen Reaktionen und viele Menschen jugendliche, auch junge Erwachsene stellen sich dann oft die Frage ob ihre Gefühle normal sind oder ob sie damit auf Ablehnung stoßen werden.

00:16:36: Davon ausgegangen wird, ich werde sehr viel Ablehnung kriegen.

00:16:40: Versuchen viele mal ihre Gefühle in einem ersten Schritt zu unterdrücken.

00:16:44: Manche beginnen auch ein Doppelleben zu führen um einfach gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.

00:16:51: Das heißt es wird den Personen meist bewusst dass sie sich in einem oder mehreren Aspekten nicht zur Mehrheitsgesellschaft zählen können was wiederum bedeutet das sie mit der Erkenntnis Teil einer Minderheit konfrontiert sind.

00:17:07: Und an diesem Punkt möchte ich euch erklären, was Minderheitenstress ist.

00:17:10: Menschen die zu einer Minderheit gehören sind dem sogenannten Minderheiten Stress ausgesetzt nicht nur LGBTQ Plus Personen sondern auch andere Minderhalten.

00:17:20: Minderheten Stress ist die zusätzliche psychische Belastung die Menschen erfahren weil sie einer gesellschaftlichen stigmatisierten oder marginalisierten Gruppe angehören.

00:17:34: Das heißt, es beschreibt die chronische Belastung, die über den normalen Stress der Menschen erleben hinausgeht.

00:17:43: Und da gibt's verschiedene Arten von Minderheitenstress.

00:17:45: Es gibt sogenannte externe Stressoren also was ich vorher gesagt habe direkte Diskriminierung Gewalterfahrung Mikroaggression oder auch gesetzliche Benachteiligungen.

00:18:00: Dann gibt das und das ist ein ganz wichtiger Punkt Ein erwarteter Stress,

00:18:05: d.h.,

00:18:06: die ständige Angst vor Ablehnung oder vor Diskriminierung bevor sie passiert ist eine Art Erwartungsangst, die zu einer erhöhten Wachsamkeit führt.

00:18:17: wir nennen das auch Hypervigilanz Eine erhöhte Wachsamkeit und dann kommt es oft zu einer Selbstzensur man sieht sich zurück sozialer Rückzug Isolation usw.

00:18:29: Und dann der dritte Punkt ist der internalisierte Stress, der verinnerlichte Stress übernommene gesellschaftliche Vorurteile und negative Einstellungen gegenüber der eigenen Identität.

00:18:44: Wie beispielsweise nennt man das internalisierende Homophobie oder Transphobie.

00:18:52: Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Studien die besagen dass Minderheitenstress zu Depressionen, Angststörungen, Schlafproblemen erhöhten Substanzgebrauch und Suizidalität beitragen kann.

00:19:05: Und wie immer betrifft das nicht jeden, aber das Risiko dafür ist erhöht und die Belastung summiert sich über die Zeit und kann dann schon bei Menschen einfach zu einer starken Erschöpfung führen – zu sozialem Rückzug oder auch zu Identitätskonflikten.

00:19:19: Wichtig ist, dass die psychischen Probleme eben auch hier nicht durch die Zugehörigkeit zum Minderheit selbst entscheiden sondern eigentlich durch die feindliche Umwelt die chronischen Belastungen, die dadurch entstehen.

00:19:33: Und dem Alltag zeigt sich Minderheitenstress durch ständige Wachsamkeit eben dieser Hypervigilanz.

00:19:38: Angst, Form Outing, Erschöpfung nach sozialen Interaktionen oder das Verstecken von Teilen der eigenen Identität und dass sie es extrem anstrengend betroffen sind müssen dann oft ganz viel zusätzliche Energie aufwenden, um Diskriminierung einerseits dann auch auszuhalten sollte es mal passieren oder sich also Energie um sich ständig anzupassen.

00:20:03: Und ein Verbergen von bestimmten Dingen kann kurzfristig auch schützen und manchmal ist es auch sehr sinnvoll wenn die Gefahr im Außen tatsächlich viel zu groß ist.

00:20:12: Langfristige jedoch führt das schon zu einem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch eigentlich authentisch zu leben Also dem Wunsch einfach sein zu dürfen, wie man ist.

00:20:25: Aber auch den Bedürfnis nach Zugehörigkeit und vor allem dem Bedürfenes nach Sicherheit.

00:20:31: Und wie wir aufwachsen, welche Werte, welche Normen uns vermittelt werden in der Familie im Kindergarten, in der Schule, in die Gesellschaft, in den Kulturen, in denen man aufwächst – was als richtig oder falsch geht hat Einfluss auf uns!

00:20:46: Dann kann es schon mal vorkommen dass zum Beispiel Homosexualität selbst als gar nicht so gut empfunden wird, oder dass man sich denkt ja bei anderen ist mir das eh egal solange es nicht mich betrifft.

00:21:00: Und stellt euch mal vor wie sich das anfüllen muss wenn dann bemerkt wird ich habe mich ins gleiche Geschlecht verliebt.

00:21:10: Das kann dann ein echt schwieriger innerer Konflikt sein und das hat aber seinen Namen internalisierte Homo- und Transnegativität Und dabei werden gesellschaftliche Vorurteile in das eigene Selbstbild übernommen.

00:21:26: Gedanken wie ich bin falsch oder mit mir stimmt etwas nicht, können sich dann verfestigen und das Selbstwert massiv beeinflussen.

00:21:34: Das ist ganz wichtig in der Therapie auch aufzugreifen weil es oft zu einer starken Selbstablehnung kommen kann bis hin zur Selbsthass.

00:21:47: Das muss in der Therapeut mit berücksichtigt werden.

00:21:52: Und ein weiterer zentraler Faktor ist der Körper.

00:21:54: Gerade in der Pubertät verändert sich der Körper stark und wird zu einem wichtigen Bestandteil der Identitätsentwicklung, für LGBTQ Jugendliche kann dieser Prozess zusätzlich belastend sein vor allem dann wenn der Körper nicht zur eigenen Identität passt oder das eigene Gefühl zum eigenen Körper nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht.

00:22:21: Insbesondere bei Transpersonen kann beispielsweise das S-Verhalten dann gezielt eingesetzt werden, um den Körper zu beeinflussen.

00:22:27: Das passiert immer wieder, um bestimmte Geschlechtsmerkmale zu unterdrücken oder auch zu verändern.

00:22:36: Also dass Essen wird in dem Punkt oder kann in diesem Punkt instrumentalisiert werden, Um einen direkten Einfluss auf die körperliche Entwicklung zu haben.

00:22:48: Auch eine große Rolle ist fehlende soziale Kontakte oder fehlenden soziale Unterstützung.

00:22:54: Jugendliche, die wenig Rückhalt im Umfeld erleben haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko psychisch ein bisschen zu straucheln oder auch Bewältigungstrategien zu entwickeln, die nicht gesund sind.

00:23:08: und dann kommen kulturelle gesellschaftlichen religiöse Faktoren, die ebenfalls zu Wertekonflikten führen können in denen sich eben das Bedürfnis nach Zugehörigkeit Authentizität gegenüberstehen.

00:23:24: Und meiner Erfahrung nach verstärken soziale Medien diese Dynamiken einfach nochmal zusätzlich, indem Social Media idealisierte Körperbilder und auch so normative Vorstellungen vermittelt die kaum erreichbar sind.

00:23:40: Und damit entsteht eigentlich finde ich mittlerweile wie ein doppelter Anpassungsdruck total schwierig.

00:23:49: Noch mal ein kleines Zwischenfazit, weil es sind so viele Informationen.

00:23:54: Die inneren Prozesse vom Inneren Coming Out über Minderheiten Stress bis zu verinnerlichten Vorurteilen und Körperbildkonflikten also diese inneren prozesse erzeugen einen hohen emotionalen Druck und viele Betroffene erleben starke Gefühle von Angst und Unsicherheit ganz vieles selbst Zweifel Angst vor Ablehnung und auch einen starken Wunsch, sich anzupassen oder auch manchmal unsichtbar zu sein.

00:24:26: Und gleichzeitig fehlen oft unterstützende Bezugspersonen während Social Media zusätzlich dann noch unrealistische Ideale einem Gefühl tagtäglich ins Gesicht drückt ja?

00:24:40: Das verstärkt das Ganze nochmal!

00:24:42: Diese Kombination aus inneren Konflikten und diesem äußeren Anpassungsdruck, schafft dann ein Umfeld in dem belastende Faktoren so stark werden dass Menschen auf die Suche gehen wie sie sich selbst irgendwie helfen können.

00:25:00: Und das ist leider eben nicht immer ein gesunder Weg!

00:25:05: Ich finde wenn man sich alles jetzt mal anschaut vor diesem Hintergrund find ich schon wird, dass es verständlich wird warum Essstörungen In diesem Kontext dann häufiger auftreten.

00:25:17: Manchmal versuchen sich Menschen damit selbst einfach zu helfen, nicht bewusst aber es erfüllt auch hier wieder mal eine Funktion.

00:25:27: Esstörungen sind leider Am Anfang ist es sehr hilfreich, weil es hilft Emotionen zu beruhigen.

00:25:34: Es nimmt einem auch vor allem wenn man ins Restriktive neigt aber auch sonst eigentlich auch sonst.

00:25:40: Essstörungen die den Tag so einnehmen gedanklich und so weiter nehmen einem.

00:25:45: die Libido das heißt auch das Interesse überhaupt für Liebe, Sexualität spielt für viele dann auch kaum eine Rolle was angenehm empfunden wird.

00:25:56: Essteuerungen können eben auch so ein Gefühl von Kontrolle vermitteln, innere Anspannungen reduzieren.

00:26:03: Es nimmt den Tag so ein es lenkt Gedanken man kommt dann gar nicht dazu über andere Dinge nachzudenken.

00:26:09: Es strukturiert den Alltag und unter Umständen kann es dem Körper auch formen dass er sich ein bisschen besser und dampfungszeichen anfühlt zumindest im ersten Moment Weil eben auch stark restriktives Essverhalten die Pubertät einfach aufhält.

00:26:25: Also wenn der Körper irgendwann so unterernährt ist, funktioniert er einfach nicht mehr gescheit.

00:26:30: Das heißt, die Pupertät das Wachstum und so weiter wird ausgesetzt.

00:26:35: Und je nachdem wie alt eine Person es bleibt dadurch da Stimmbuch beispielsweise aus man wächst nicht mehr.

00:26:41: Brustwachstum, Hoden, Peniswachstums alles wird verlangsamt oder auch gestoppt.

00:26:47: Und das kann im ersten Moment für Betroffene, je nachdem was deren Thema ist auch erleichtern sein.

00:26:54: Auch wenn wir wissen dass das langfristig für den Körper und für das Leben dieses Menschen sehr nachteilig ist weil es natürlich eine schwere Erkrankung ist.

00:27:03: aber im ersten moment kann es halt hilfreich sein und das ist das wie so Essstörungen da gerne so andocken.

00:27:13: Wenn man einfach ja diese Symptomatik anschaut zeigt sich, dass Essstörungen eben auf mehreren Ebenen wirken.

00:27:20: Es sind kognitiv, also gedanklich so präsent.

00:27:24: Auf der Emotionsebene verändern sie viel körperlich und sozial.

00:27:28: Und sie betreffen halt den gesamten Lebensbereich.

00:27:30: Und Essstöhrungen sind so eng auch mit dem Selbstwert verknüpft.

00:27:36: Wenn das eine als ganz schlimmer empfunden wird ist das manchmal die etwas weniger schlechte Lösung.

00:27:45: So was denken sich Betroffene nicht rational in der Regel so, ah das nehme ich mir jetzt her um mich selbst damit zu helfen.

00:27:52: Sondern es ist ein schleichender Prozess indem man halt hinein rutscht und am Anfang einfach ein positives Feedback für sich so kriegt bis man irgendwann halt an einem Punkt ist wo die Krankheit so greift dass man selbst nicht mehr von alleine rauskommt.

00:28:09: Und wie gesagt, oder wie ich eh auch schon öfters gesagt habe, S-Störungen sind oft einfach ein Versuch mit all den Belastungen die einen Mensch hat umzugehen.

00:28:18: Ob dann aber eine Person in der S-Steuerung entwickelt oder nicht – da spielen natürlich andere Dinge dann schon noch eine Rolle – hat man ein LGBTQ Thema Weiß man einfach, dass mittlerweile die Verletzlichkeit dafür die Vulnerabilität erhöht ist.

00:28:30: Das Risiko ist erhöht aber es spielen meistens schon noch andere Dinge eine Rolle wie vielleicht eine genetische Veranlagung weil es vielleicht in der Familie auch schon mal Essstörungen gab beispielsweise.

00:28:41: Andere dramatische Erfahrungen und so weiter.

00:28:43: also da gibt's andere Faktoren schon auch noch die meisten dann noch mit hinein Spielen.

00:28:49: Aber ja heute in dieser Folge geht das um diesen einen Aspekt nämlich LGBTQ.

00:28:55: Der entscheidende Punkt ist daher, die erhöhte Prävalenz von Essstörungen bei LGBTQ Plus Jugendlichen ist nicht Ausdruck einer Eigenschaft dieser Gruppe sondern eigentlich eher das Ergebnis der ganz spezifischen Lebensbedingungen.

00:29:14: Wenn man das jetzt zusammenfasst lässt sich sagen LGBTQ Plastpersonen haben im Durchschnitt einen schlechter eingeschätzten Gesundheitszustand, ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen und sind zusätzlichen Belastungsfaktoren ausgesetzt.

00:29:30: Und Essstörungen können in diesem Kontext dann als Bewältigungsstrategie verstanden

00:29:36: werden.".

00:29:38: Und wie gesagt innerhalb der Community zeigen sich aber eben Unterschiede, besonders trans und nichtbinäre Personen sind häufiger betroffen.

00:29:48: Ein zentraler Grund dafür ist das eine höhere Sichtbarkeit da ist während sexuelle Orientierungen oft eher unsichtbar bleiben können, leichter zu verstecken sind.

00:30:02: Ist das bei der Geschlechtsidentität anders?

00:30:05: Das ist häufig sichtbarer und je sichtbärer eine Abweichung von der gesellschaftlichen Norm ist, desto höher ist in der Regel dann das Risiko für

00:30:15: Diskriminierung.".

00:30:17: Ich hoffe es war verständlich!

00:30:22: Bevor wir zum Schluss kommen, möchte ich noch einen Aspekt hervorheben.

00:30:25: Der in der Arbeit mit queeren Jugendlichen immer wieder eine große Rolle spielt und zwar die Bedeutung von Sichtbarkeit und diesem Passing.

00:30:32: Für viele trans- und nichtbinäre Jugendliche ist es nicht nur eine Frage des Wohlbefindens sondern eben auch der Sicherheit ob sie im Alltag als das Geschlecht gelesen werden, mit dem Sie sich auch identifizieren.

00:30:44: Dieser Druck eindeutig lesbar zu sein kann so enorm sein und wirkt sich dann wiederum direkt auf das Körpererleben aus.

00:30:53: Und gleichzeitig spielt auch dann Charme eine zentrale Rolle im Unterschied zur Schuld, die sich auf ein Verhalten bezieht.

00:31:00: Richtet sich Charme auf die eigene Person und wenn zentrale Aspekte der Identität abgewertet werden sei es durch das Umfeld durch eigene Vorurteile, die ich mir selbst gegenüber habe kann sich Charm tief im eigenen Selbstbild auch nochmal verankern und häufig entsteht dadurch ein bedingter Selbstwert äußere Kriterien wie Körpergewicht, Leistung aussehen und so weiter geknüpft ist.

00:31:26: Und Essstörungen können hier kurzfristig eben die Entlastung bringen.

00:31:29: langfristig jedoch stabilisiert sich ein ganz schrecklicher Teufelskreis und es ist einfach für ja... Die Menschen werden einfach krank.

00:31:37: Essstörung sind Krankheiten!

00:31:40: Und hinzukommt dass eben gesellschaftliche Schönheitsideale auch innerhalb der LGBTQ Plus Community wirken.

00:31:48: Sie sind oft geschlechtsspezifisch geprägt, können eben einen doppelten Anpassungsdruck erzeugen.

00:31:55: Denn Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft ist da einerseits etwas dem man entsprechend möchte gleichzeitig den Erwartung oder den Normen innerhalb der eigenen Community.

00:32:07: und das ist oft dann so überfordernd dass man nicht mehr weiß was man eigentlich tun soll.

00:32:11: und auch eben das Hilfesystem spielt eine zentrale Rolle weil eben viele queere Jugendliche berichten Das wissen wir eh so heteronormativen, cisnormativen Strukturen im Gesundheitswesen.

00:32:26: Das führt dazu dass sich viele einfach nicht gesehen fühlen und dadurch leider eben Unterstützung weniger oder gar nicht erst in Anspruch genommen wird.

00:32:37: Und ich finde das im Umgang mit den Menschen egal in welchem Bereich man jetzt arbeitet je nachdem wo du bist und was du so in deinem Leben machst Leute kennt, ob das Leute aus der Familie sind.

00:32:51: Ob man selbst davon betroffen ist und vielleicht auch stolz erteilt der LGBTQ Community ist was gut ist, was schön ist.

00:32:59: trotzdem ist es wichtig den Mitmenschen.

00:33:02: Vielleicht auch im Form von Mikrovalidierungen ein Signal zu geben von Verständnis, von Anerkennung.

00:33:09: Zu zeigen ich sehe dich und ich nehme deine Erfahrung ernst Und das kann manchmal für manche Personen Ein richtig heilsamer Moment sein.

00:33:20: Das löst natürlich nicht die Probleme, dessen bin ich mir auch bewusst.

00:33:23: Aber Menschen, die damit dann gar nicht gerechnet haben hören das und nehmen das wahr, dass sie gerade gesehen werden – und es tut gut!

00:33:34: Das waren jetzt ganz viele Dinge, die ich da gesagt habe.

00:33:37: Und wenn man all diese Faktoren nochmal zusammennimmt, verdeutlicht das wie eng Identität, das Körperempfinden körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit miteinander verwoben sind.

00:33:51: Diese Faktoren sind miteinander verwobben und warum S-Störungen gerade in diesem Kontext häufig eine Funktion übernehmen die weit über das S-Verhalten hinausgeht.

00:34:01: Das S Verhalten ist nur das was man oft im Vordergrund sieht aber da geht es im Hintergrund oft eben um ganz andere Dinge.

00:34:12: Was ich zu Präventionsarbeit mir gedacht habe, weil das wäre ja eigentlich wichtig.

00:34:18: Was man da alles tun könnte, dann muss man wirklich auf mehreren Ebenen ansetzen.

00:34:22: Ich finde es wär so wichtig Fachpersonal in verschiedensten Bereichen zu sensibilisieren, strukturelle Barrieren abbauen viel niedrigschwelligere Angebote vor allem auch im ländlichen Bereich mehr Begleitung in vulnerablen Phasen wie Coming-out oder Transitionsprozessen und so weiter.

00:34:40: Entscheidend ist, finde ich dabei das Prävention nicht nur auf einer individuellen Ebene stattfindet sondern vor allem eben auch auf einer strukturellen Ebene dass es zu strukturen Veränderungen kommt.

00:34:52: Und für die praktische Arbeit lassen sich vielleicht einige zentrale Prinzipien ableiten eine offene wertfreie Haltung bewusste Sprache auch das Respektieren von Namen und Pronomen sowie einfach eine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema, und mit sich selbst.

00:35:14: So wie auch finde ich das aktive Mitdenken von Diskriminierungserfahrung wenn man das für sich mal so definiert und versucht zu leben und man muss nicht perfekt sein ist schon sehr viel gewonnen.

00:35:27: es geht nämlich wirklich nicht darum alles perfekt zu machen sondern darum einen sicheren Raum zu schaffen in dem ein gesehen werden möglich ist.

00:35:38: Zum Abschluss vielleicht noch ein kleines Experiment, muss man natürlich nicht machen.

00:35:43: aber vielleicht hat jemand von euch Lust und stellt sich jetzt einfach mal gedanklich vor vielleicht mit der Person des gleichen Geschlechts Hand in Hand durchs Dorf, durch die Gemeinde, durch den Stadt zu gehen also im öffentlichen Raum sich zu bewegen Und dann mal vielleicht zu schauen was löst das in mir aus?

00:36:03: habe ich das Bedürfnis, die Hand gleich wieder loszulassen.

00:36:05: Würde ich mich vielleicht auch unwohl fühlen?

00:36:07: Gibt es Orte wo man sich sicherer fühlen würde und Orte an denen man sich weniger sichern, sicher fühlen würden?

00:36:13: Sei einfach mal beobachten!

00:36:15: Würde sich da was verändern sind plötzlich Dinge bemerkbar an die man sonst gar nicht gedacht hat.

00:36:23: Und ich finde dieses Gedankenexperiment hilft vielleicht manchmal ein bisschen, so eine andere Perspektive einzunehmen um ein besseres Verständnis für die Lebensrealität von LGBTQ Personen zu entwickeln.

00:36:38: Oder auch die Frage in welchen Situationen oder in welchem Ländern müsstet ihr eure Identität verbergen wenn ihr euch in eurem Geschlecht nicht wohlfühlen würde?

00:36:52: Was hätte das direkt für einen Einfluss?

00:36:55: auf euch, auf der nächsten Urlaub und so weiter.

00:37:00: Und dann merkt man manchmal so okay da kommen Gefühle vielleicht oder bemerkt man plötzlich Einstenkungen die für einen halt ja die man nicht mitdenkt weil es bei einem Selbsthalt nicht vorkommt.

00:37:15: Das war's für heute!

00:37:16: Ich hoffe, ihr konntet viel für euch mitnehmen.

00:37:19: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:37:20: bitte gerne teilen oder auch bewerten.

00:37:23: ich freue mich über jede Form der Unterstützung und wünsche euch noch einen schönen Tag Tschüss.

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