Zwischen Sorge, Hilflosigkeit und Unterstützung – Angehörige bei Essstörungen mit Gabriele Haselberger

Shownotes

Essstörungen betreffen nie nur die betroffene Person selbst, sondern immer auch das Umfeld. Eltern, Partner, Geschwister oder Freund erleben oft große Sorgen, Unsicherheit und Hilflosigkeit. In dieser Folge spreche ich mit Gabriele Haselberger, die seit vielen Jahren im Essstörungsbereich tätig ist und unter anderem Angehörige begleitet. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Essstörungen Familiensysteme beeinflussen, welche Herausforderungen Angehörige im Alltag erleben und wie Unterstützung gelingen kann, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Eine Folge über Belastung, Verständnis, Grenzen und die Bedeutung von Selbstfürsorge.

IG: @psychotherapie.wien

Homepage: www.praxis-verhaltenstherapie.at

Interviewpartnerin:

Gabriele Haselberger

https://gabriele-haselberger.at

Links:

Österreich:

Essstörungshotline: https://www.wig.or.at/selbsthilfe-beratung/hotline-fuer-essstoerungen

Österreichische Gesellschaft für Essstörungen: https://www.oeges.or.at/Essstoerungen/Hilfe-fuer-Betroffene/Beratungsstellen/

Deutschland:

Hilfe bei Essstörungen: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen: https://www.dgess.de

Schweiz:

Essstörungsinfos: https://www.pepinfo.ch/de/anlaufstellen/index.php

Schweizer Gesellschaft für Essstörungen: https://sges-ssta-ssda.ch

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu meinem Podcast Lebenskunst, dem Podcast über Essstörungen und allem was damit verbunden ist.

00:00:14: Hallo und herzlich Willkommen zu meinem podcast Lebenskunstes Störungen im Fokus!

00:00:20: Die heutige Folge widmet sich einer sehr wichtigen Personengruppe und zwar den Angehörigen denn Essstörung betreffen einfach nicht nur die betroffene Person selbst sondern immer auch das Umwelt Also Eltern, Partner und Partnerinnen, Geschwister oder Freunde und Freundinnen die oft mit ganz vielen Fragen, mit Sorgen und auch mit großer Hilflosigkeit konfrontiert sind.

00:00:44: Und dafür habe ich mir heute eine ganz wunderbare Kollegin eingeladen, Gabriele Haslberger.

00:00:51: Sie ist schon viele Jahre im Essstörungsbereich tätig, arbeitet in der Essstörungshotline und leitet auch unter anderem Angehörigengruppen in ihrer Praxis.

00:01:02: Liebe Gabriele, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

00:01:06: Magst du dich vielleicht einfach selbst mal kurz vorstellen?

00:01:09: Ja guten Abend Katja!

00:01:12: Danke auch für diese netten Einleitungsworte, die du da über mich gesagt hast.

00:01:19: Vieles hast du ja schon erwähnt in deinen ersten Worten.

00:01:23: also ich bin Therapeutin und Beraterin Arbeite sowohl im niedergelassenen Bereich, sowohl mit Betroffenen als auch mit Angehörigen und eben auch als Beraterin in der Hotline-Verstärkungen.

00:01:38: Ja also die S-Störungshotline davon bin ich ja der totale Fan!

00:01:41: Ich finde das ist super hilfreich!

00:01:43: Ich bin so froh dass es die gibt!

00:01:45: Und ich mache auch immer wieder Werbung für euch.

00:01:47: tatsächlich!

00:01:49: Das freut mich besonders!

00:01:52: Was mich am Anfang... oft interessiert ist, was hat dich tatsächlich dazu gebracht auch in den Essstörungsbereich zu gehen?

00:01:59: Also wie bist du überhaupt so diesem Thema gekommen.

00:02:03: Ja also es gab tatsächlich im frühen Jahr ein Thema damit bei mir dass ich mich damit auseinandersetzen musste und hatte selbst auch Therapie sowohl gesprächsorientierte Therapie aber eben auch körperorientierte therapy.

00:02:21: Und aus dem heraus hat sich bei mir dann der Wunsch entwickelt, zum einen therapeutisch zu arbeiten und zum anderen also weil ich auch am eigenen Leib erfahren habe wie hilfreich das ist.

00:02:37: Und eben auch im Bereich Essstörungen eine Diagnose ist, die sehr viele Faktoren miteinander zusammenspielen.

00:02:58: Damals war es so, dass Ersteuerungen da noch nicht so bekannt waren und mir ist ihm sehr daran gelegen in dem Bereich zu arbeiten und eben auch vor allem einen Körperorientierten Ansatz, weil ich das eben so erlebt habe, hilfreich das ist.

00:03:19: Wie wohl sich ja die Essstörungen genau in dem Bereich oft zeigen?

00:03:24: Ja danke für die Offenheit.

00:03:26: dass du das mit uns teilst finde ich nicht selbstverständlich.

00:03:32: vielen Dank dafür.

00:03:34: wie wenn du sagst so körperorientiert arbeiten.

00:03:37: magst du uns da vielleicht ein bisschen mehr dazu erzählen wie du da genau arbeitest?

00:03:44: Ja gern, Katja.

00:03:45: Ich bemühe mich das in Worte zu fassen was in seinen therapeutischen Settings bei mir passiert also die Methode mit der ich arbeite ist Bewegungsanalyse.

00:03:56: wie wohl ich im Laufe der vielen Jahre jetzt arbeite ich doch schon fast zwanzig Jahre in dem Bereich.

00:04:02: Im Grunde genommen geht es darum dass die Personen ihre Körperimpulse wahrnehmen lernen.

00:04:10: Und das ist ja gerade im Erstehungsbereich etwas, wo viele Betroffene ihre Impulse nicht mehr wahrnehmen.

00:04:17: und zum einen geht es darum dass sie überhaupt einmal Kontakt mit ihren Körper aufnehmen können also und lernen ihn wertfrei mal zu erleben, und zwar zu nehmen.

00:04:28: Und dann auch im spielerischen Ausprobieren versuchen was heißt einen eigenen Impuls zu haben?

00:04:36: Wie ist das das einmal auszuprobieren?

00:04:39: Was heißt wenn man Wut spürt, was für Möglichkeiten gibt es des Ausdrucks?

00:04:45: Wenn ich als Therapeutin sozusagen dabei sitze Trauen Sie sich das zu zeigen überhaupt.

00:04:52: Und wie ist es möglich, dass sie nicht ... Weil das ja auch oft ein Thema ist, dass viele Betroffene weggehen von sich selbst und sehr schnell beim Gegenüber sind?

00:05:03: Also wie ist's möglich, daß sie ihr eigenes Wahrnehmen können um das auszudrücken, aber trotzdem Essen gegenüber gibt?

00:05:12: Dass möglicherweise dann auf irgendeine Art und Weise reagiert?

00:05:15: also so kann man es ungefähr umreißen.

00:05:20: Ja, aber es ist doch da spannend weil wir sind so viele unterschiedliche Therapeuten und alle haben andere Zugänge und ich finde das ist so wichtig egal ob man jetzt mit Betroffenen arbeitet oder mit Angehörigen dass die Menschen zusammen passen und man auch den richtigen Ansatz findet.

00:05:40: Und ich finde das ein sehr, sehr guten Ansatz weil bei Estrungen geht es einfach um Körper und somit ganz viel auch körperorientiert zu arbeiten macht ja auch total Sinn.

00:05:50: also ich find du hast das sehr gut erklärt und natürlich kann man da jetzt nicht alles ausholen bei so einem Gespräch das ist eh klar.

00:05:56: aber ich finde du hast eigentlich gut kurz zusammengefasst um was es geht.

00:06:02: Eine kleine Ergänzung hätte ich,

00:06:05: ja.

00:06:06: Weil was glaube ich schon wichtig ist dass das körperliche nicht per se heilsam ist sondern es sehr wohl auch darum geht das was körperlich erfahren wird auf eine sage ich mal andere Ebenen dann auch zu setzen, also eher ein bisschen zu abstrahieren.

00:06:27: Also auch im Sinne von was heißt das jetzt konkret in dem konkreten Leben oder in der Auseinandersetzung mit bestimmten Themen?

00:06:37: Es ist auch im Gespräch noch einmal zu formulieren und zu besprechen ist einfach genauso wichtig.

00:06:47: Das

00:06:48: muss man schon dazu sagen.

00:06:50: Jetzt haben wir heute vor allem die Angehörigen quasi in den Blick genommen oder werden wir in den Blicken nehmen.

00:06:57: Wie bist du dann gerade zu dieser Personengruppe auch gekommen?

00:07:00: Also dass du einerseits mit Betroffenen arbeitest, das weiß ich eh schon lange und irgendwann habe ich eben bemerkt, dass du viel auch in Richtung angehörigen Arbeit gehst.

00:07:09: was hat dich denn dazu gebracht?

00:07:11: Also zum einen ist es so, dass gerade in der Hotline für Essstörungen oft auch Angehörige anrufen.

00:07:18: Das ist das eine

00:07:20: und auch

00:07:22: in der Arbeit mit Betroffenen ich doch immer wieder vor allem mit Müttern zu tun hatte wo ich merke oder bemerkt habe oder wahrgenommen hab wie viel Druck es oft für Angehäure bedeutet oder auch herausfordernd für Angehörige ist, wenn so ein nahe Mensch wie die eigene Tochter der Sohn oder der Partnerin an einer Essstörung erkranken.

00:07:49: Und viele sind dann wirklich überfordert und mächtig, gradlos wissen nicht was sie tun sollen.

00:07:56: oft ist so der eigene Wunsch zu helfen so übermächtigt dass sie eigentlich gar nicht mehr den Betroffenen als Gegenüber wahrnehmen und in mehr oder weniger überrollen.

00:08:07: Was natürlich auch schwierig ist, weil einer der Aspekte der psychischen Dynamik eine Ersteuerung ist eben auch der Autonomieprozess.

00:08:18: Das heißt da passiert eigentlich genau das.

00:08:23: Warum, also was unter Umständen auch eine der Ursachen oder Hintergründe sind.

00:08:29: Warum mich immer in der Einstellung entwickelt?

00:08:32: Weil natürlich das Ein Aspekt ist, sich selbst zu bestimmen und zu kontrollieren.

00:08:38: Und wenn dann sozusagen das gegenüber die Angehörigen noch mehr Druck machen, unterstützt es eigentlich die Essstörung.

00:08:47: Da war der Gedanke, dass auch die An gehörigen viel Unterstützung brauchen um überhaupt einen Raum oder einen Platz zu haben mit ihren Sorgen, mit ihrer Hilflosigkeit zurechtzukommen und auch miteinander im Gespräch durch eine Piraterin oder Therapeuten so ein bisschen Anregungen zu finden.

00:09:09: Wie kann ich anders damit umgehen?

00:09:11: Das war eigentlich der Grund, weil da so viel... Genau und das muss man auch noch dazu sagen gerade in der Begleitung von Menschen mit Essstörungen dadurch dass es eben auch so viele Faktoren sind die ja Essstörungsehrkrankung Befeuern, sage ich einmal.

00:09:28: Ist es ähnlich so dass es auch viele Faktoren gibt die helfen das diese Erkrankung bewältigt werden können und dazu gehört eben auch Die begleitung der Angehörigen dass sie gut unterstützt werden Auch in ihrem also sind genauso ein wichtiger Part eigentlich auf dem Weg zum gesundwerden.

00:09:45: ja

00:09:45: absolut Ja die Personen leben ja in der Regel nicht alleine.

00:09:48: Das heißt Es gibt da einfach Auswirkungen Im ganzen familiensystemen Und auch so wechselseit wechselseitiger Einfluss.

00:09:59: Wenn eine Person einfach nicht mehr gesund ist, macht das was mit allen anderen auch.

00:10:06: Da hast du vollkommen recht, dass man den Teil absolut in die Behandlung mit hineinnehmen muss und das teilweise einfach auch noch ein bisschen weniger gemacht wird.

00:10:18: Und deswegen finde ich es immer wieder schön, wenn es Menschen gibt wie dich, die sich dem halt auch wirklich annehmen Auch hinschauen auf diese doch auch total verletzliche Personengruppe, weil eh wie du sagst so viel Hilflosigkeit und eigentlichen Cocktail an Gefühlen da auch immer kommt.

00:10:36: Die wissen ja oft dann selbst nicht wieso sollen sie überhaupt damit umgehen?

00:10:43: Ja, wegen freien Fall zu fühlen.

00:10:45: Selbst keinen Halt zu haben.

00:10:47: Da kommt es dann schon immer wieder zu ganz schwierigen Dynamiken in der Familie und das befeuert leider oft auch die ganze Symptomatik noch mal und generell wie sich alle in der Familien fühlen.

00:10:58: also das nehme ich schon auch so wahr.

00:11:01: Was würdest du sagen was ist so Der Auslöser dafür dass sie von sich aus auch Unterstützung suchen und anrufen?

00:11:11: Also der Auslöser am Telefon In der Hotline-Verstellung am Telefon ist oft das Erste, was gesagt hat.

00:11:19: Meine Tochter und mein Sohn sind nicht mehr.

00:11:21: Ich habe Angst, dass sie verhungert.

00:11:23: Das ist

00:11:24: oft auch das

00:11:24: Erster.

00:11:28: An vorderster Stelle eigentlich das Essen und diese Angst, das Kind im stirbt.

00:11:37: Und es ist oft der Auslöser, dass überhaupt angerufen

00:11:43: wird.".

00:11:44: Das Zweite ist dann oft auch, dass die Kind erzählt hat eben das ein Problem damit hat.

00:11:53: Also da ist dann eh schon einen Schritt eigentlich gegangen worden und das ist ja schon auch ein erster Schritt zur Bewältigung.

00:12:02: Viele wissen dann halt auch nicht und es ist auch ein Grund warum sie anrufen.

00:12:06: wie sie mit der Situation umgehen sollen.

00:12:11: Und interessanterweise oft ist es am Anfang so, wie können Sie gut die Essensituationen meistern?

00:12:19: Erst im Nachhinein, im Laufe des Gesprächs wird dann eigentlich erst klar, dass es um viel mehr geht als nur die Essend-Situationen.

00:12:34: Also das ist sehr wohl andere Mechanismen dahinter gibt und das kommt dann erst im Gespräch raus.

00:12:42: Und da geht es auch darum, dass Eltern seinen Art Bewusstwerdungsprozess durchmachen müssen, wo sie merken okay eigentlich ist das Essverhalten nur ein Symptom.

00:13:00: Das Essverhalten ist das, was am sichtbarsten ist.

00:13:04: Und das ist es, was als erstes auffällt, egal ob es jetzt Essen-Fälle sind oder eben nicht essen.

00:13:10: Aber alleine schon der Satz den du gesagt hast ich habe Angst dass mein Kind stirbt weil es ist nicht mehr.

00:13:18: Also bei mir hinterlässt das jetzt schon einfach nur bei dem Gedanken an meinem Kind ein total bedrückendes Gefühl.

00:13:24: Also ganz massive Angst!

00:13:27: Und da merkt man erst, was das eben halt macht.

00:13:29: Was für Auswirkungen das hat und wie wichtig es ist Angehörige damit ins Boot zu holen.

00:13:36: Danke Katja dass du das so gesagt hast auch mit deinem Kind was das auslöst als Mutter er.

00:13:40: Das heißt was ja?

00:13:42: Und der erste Impuls ist ich muss ganz nah hin und schauen dass es wieder ist und das ist halt leider Gottes der Schritt der eher dann die Ersterung befeuert, als dass es besser wird.

00:13:56: Weil dann auch oft kommt ja egal was ich sage das Kind nimmt's nicht an.

00:14:02: Da kommt da noch die Wut dazu, dass es nicht möglich ist, dass sie das Verhalten verändert, dass er sich nicht einfach aufhören kann.

00:14:08: Das ist doch ein gescheites Mädel und auch oft das Argument.

00:14:14: Und da gehts eben wirklich darum Eltern darin zu unterstützen nachzusehen okay...das is mehr!

00:14:22: Ja, ich glaube wenn mich jetzt mit Essstörungen nicht so gut auskennen würde wäre mein erster Impuls.

00:14:27: Ich muss irgendwie meinen Kind retten und es ist nicht... Also es braucht Essen!

00:14:33: Es ist der logische... ja ein logischer Gedankengang.

00:14:36: also ich finde es auch absolut nachvollziehbar dass man dann alle Hebel im Bewegung setzt damit das Kind wieder beginnt und das löst leider wie du sagst ganz viel Konflikte außen so furchtbar, dass es jetzt ist.

00:14:51: Aber einfach so kontraproduktiv weil das Essen tatsächlich oder nicht essen ein Symptom ist aber nicht die Ursache sondern nur eigentlich ja das Resultat aus Dingen die da dahinter liegen und da wirklich dahinter zu schauen welche Funktiones eben haben könnte Und wie breit das Ganze eigentlich auch das Thema ist und was da alles dazugehört.

00:15:15: Das ist dann, glaube ich, verangehörige oft auch noch mal so eine Herausforderung, wenn die erkennen, oh mein Gott!

00:15:20: Wie komplex das Ganze auch ist und all diese Zusammenhänge zu verstehen.

00:15:27: Ich finde es war schon in der Ausbildung... Für mich eine Herausforderung und es ist immer noch ein Learning, was da alles auch dahinterstecken kann.

00:15:37: Und wie breit die Ursachen oft auch verstreut sind, die den letzten Endes dazu geführt haben dass halt ne Essstörung auch entstanden ist.

00:15:47: Wenn sich jetzt Personen bei dir melden für die Praxis Wie schaut so ein erster Kontakt aus?

00:15:58: Was können sich Menschen erwarten, die vielleicht auch in die angehörigen Beratung oder angehörige Therapie kommen?

00:16:05: Letztes Jahr im Dezember war eine Mutter, die zum einen über eine Ärztin zu mir gekommen ist.

00:16:12: Die es total aufgelöst war und also sehr emotional, sehr unsicher sage ich mal.

00:16:21: Genau, die ist dann zu mir gekommen und im ersten Gespräch geht es eigentlich darum, dass sie mal die Situation schilderte.

00:16:29: Und ob Sie dann auch zu schauen, ob sie konkrete Fragen hat.

00:16:33: Dann ist zum einen oft um Informationen, was überhaupt der Ersterung ist.

00:16:39: aber es geht dann auch ganz praktisch darum, das man sich auch Situationen anschaut wie was kann hilfreich sein?

00:16:46: Was kann weniger hilfrich sein?

00:16:48: Und im Grunde genommen geht es auch darum, dass die Mütter oder Väter oder die Eltern jetzt in der Einzelberatung bewusst wird.

00:16:59: keine Schuld jetzt daran haben, also weil das auch die Schuldfrage auch ein ganz großes Thema ist bei vielen Eltern vor allem Mütter ob sie irgendwas falsch gemacht haben sondern auch so dieses Bewusstsein zu stärken dass da eben verschiedenste Faktoren zusammenspielen.

00:17:13: Also darum geht es.

00:17:14: dann gehts ganz viel

00:17:16: auch

00:17:16: die Müttern selber oder auch die Väter oder Partner und Partnerinnen zu stärkern in ihren eigenen in ihrer eigenen Stabilität.

00:17:27: Weil viele sehr ausgelaggt sind, sich kaum mehr spüren und im Tun sind und funktionieren.

00:17:35: Wo es auch darum geht ihnen bewusst zu machen okay es gibt auch Grenzen ist wichtig dass sie Dinge abgeben.

00:17:41: also es geht auch um diesen Bewusstseinsprozess.

00:17:44: Im Grunde genommen bei einer ersten Gespräch geht's eigentlich einmal darum herauszufinden wie schaut die Situation aus

00:17:53: was

00:17:53: ist wichtig?

00:17:54: Wichtig ist auch zu wissen, ob die Betroffene bereits in Behandlung sind oder nicht.

00:17:58: Wenn nicht dann auch ganz praktisch auch zu sagen was sind die nächsten Schritte, die wichtig sind?

00:18:04: Weil das ist für viele am Anfang sehr schwierig.

00:18:08: und was kann ich tun.

00:18:10: Und dann ihnen zu sagen ärztlich abklären, psychotherapeutisch abklären bzw.

00:18:16: psychotherapeutische Unterstützung finden vor allem auch ärztlich abzuklären, weil es auch wichtig ist zu schauen.

00:18:23: Ist es möglich im ambulanten Bereich oder im stationären Bereich?

00:18:28: Wenn man die Behandlung beginnen kann und vieles was auch ein Thema ist Die Frage wie kriege ich meine Tochter meinen Sohn Partner-Partnerin dazu dass sie Hilfe annehmen.

00:18:43: das ist auch eines der Oft am Telefon.

00:18:47: die Frage, wenn diejenigen dann zu mir kommen ist oft schon einen Schritt getan.

00:18:55: Das heißt bei der Hotline sind schon so diese allerersten Fragen aber wenn sie dann zu dir in die Praxis kommen sind viele eher auch schon zumindest informiert oder das haben einzelne Schritte auf jeden Fall schon stattgefunden.

00:19:07: Und was Ihnen ganz wichtig ist, dieses Bewusstsein zu haben.

00:19:11: Es ist wichtig dass ich mir auch Unterstützung hole und auch Unterstützung holen darf.

00:19:16: Ja.

00:19:17: Und das es ihm nicht nur darum geht, dass die Tochter jetzt oder der Sohn oder der Betroffene begleitet wird sondern dass es auch darum geht sich selber zu stärken.

00:19:29: Ich mache wenig angehörigen Arbeit, aber ich habe natürlich immer wieder Elterngespräche zwischendurch.

00:19:37: Da geht es teilweise schon auch um sehr ähnliche Themen und meistens geht es einerseits um die Frage, inwiefern kann ich unterstützen?

00:19:46: Was kann ich tun?

00:19:48: Aber auch wie viel Mitverantwortung habe ich?

00:19:51: Also was ist der Part als Mutter, als Vater.

00:19:54: Wann muss sich eingreifen wann liegt die Verantwortung tatsächlich bei mir?

00:19:59: und als dritten Punkt habe Für mich bemerkt ist meistens, wo sind die Grenzen?

00:20:05: Wo hört mein Handlungsspielraum auf und ab welchem Zeitpunkt muss sich vielleicht auch ganz bewusst als Elternteil als Partner oder Partnerin die Verantwortung abgeben weil ich sie nicht mehr tragen kann.

00:20:17: Und weil ich vielleicht gar nicht in der Rolle bin, in der manche Dinge leiten kann, entscheiden kann oder auch um aus manchen Konfrontationen rauszukommen.

00:20:27: Also das sind so drei Punkte die mir jetzt einfallen, die ich oft in Wahrheit lebe und auch in Eltern gesprochen

00:20:34: habe.

00:20:34: Ja, das sind ganz wichtige Punkte finde ich Katja, die du da ansprichst, finde ich auch also für mich ist es gerade nicht älternd zu einem Partner, gut das passt nicht ganz gut.

00:20:45: aber bei Eltern, wo die Mütter alles übernehmen.

00:20:52: Also auch Essenseinkauf, die ganzen Termine vereinbarungen und wo es auch darum geht Dinge abzugeben und so wie du sagst das ist schon wichtig und das hängt halt auch vom Alter der Betroffenen ab.

00:21:08: Es ist was anderes wenn das ein zwölfjähriges Mädel oder zwölferiger Bub als eine zwanzigjährige junge Frau.

00:21:17: Und es ist ein Unterschied, ob das die Partnerin ist oder der Partner, die ja schon auch eine gewisse Eigenverantwortung haben.

00:21:24: Da kommt halt auch das Thema – das kennst du wahrscheinlich aus der Praxis – diese Koabhängigkeiten, die wahnsinnig schwierig sind überhaupt zu benennen und da auch auszusteigen.

00:21:39: Manche Dynamiken einfach aufzulösen, das ist oft sehr langer Prozess.

00:21:45: Aber eben ja diese welche Verantwortung trage ich tatsächlich?

00:21:48: und was habe ich mir vielleicht auch aufgebürgt, was gar nicht zu mir gehört.

00:21:54: Und das ist auch ein ganz wichtiges Thema.

00:21:59: Da fällt mir jetzt auch eine Telefonat von einer Mutter die heute angerufen hat der ein Tochter eben auch eine Essstörung hat, die dann auch so spricht.

00:22:10: Also wir haben ja schon eine Hilfe gefunden und wir haben das und das probiert.

00:22:15: und beim Nachfragen, wo dann klar ist na na ich habe angerufen und meine Tochter ... Meine Tochter möchte eh Hilfe aber wo auch diese Identifikation dann schon so stark ist dass es Schwierig ist, also könnte ich mir auch gut vorstellen für die Tochter schwierig ist so ihr eigenes zu entwickeln und der Mutter klarzumachen.

00:22:39: Es geht auch darum einen Schritt zurückzumachten?

00:22:43: Ja, auch für die selbstfürsorge der Eltern nämlich.

00:22:46: Also da geht es gar nicht darum dass sie Dinge nicht mehr machen dürfen oder das auch per se falsch ist was man bisher geleistet hat.

00:22:55: Gar nicht!

00:22:57: Es ist schon auch wichtig, das zu würdigen, dass so viel ein Führerskind gemacht wird.

00:23:03: Aber gleichzeitig hält man das auf Dauer halt einfach nicht durch.

00:23:06: Das heißt, man laugt ja selbst dann auch total aus und irgendwann kommt man selbst als Muttervater wie auch immer so krass an die eigenen Grenzen, dass man eben diese Hilfe gar nicht mehr geben kann.

00:23:17: Und deswegen ist es auch tatsächlich so wichtig da irgendwo einen Stopp hineinzubringen um die Rollen so zu verteilen wo sie irgendwie auch hingehören Dinge auslagern, eben an uns Therapeutinnen und Ärzte

00:23:30: usw.,

00:23:31: die da auch Entscheidungen tragen oder treffen müssen.

00:23:36: Um halt selbst wieder Raum für sich zu haben um nicht kaputtzugehen oder dann auch psychisch so belastet zu sein dass man vielleicht eine Zusammenbericht hat mit der Zeit.

00:23:49: Also dieses Sich rausnehmen dürfen ist so wichtig zum Schutz auch von den Angehörigen.

00:23:57: Da

00:23:57: fällt mir auch eine Mutter ein, die bei mir in der Beratung ist.

00:24:02: also wo es darum gegangen ist auf die Frage okay was braucht sie?

00:24:06: Also was sind Aktivitäten oder was tut ihr gut?

00:24:12: und die Antwort diese geben hat war dann mir geht's besser wenn es meiner Tochter besser geht auch diese Identifikation darüber, wie es ihrer Tochter geht.

00:24:21: Also so wie du sagst nicht?

00:24:24: Das ist auch darum geht.

00:24:25: ich darf auf mich schauen im Gegenteil!

00:24:27: Es ist sogar wichtig dass ich auf mich schaue weil das zum einen noch ein Beispiel für die Tochter ist und zum anderen geht sie auch darum dass man bei Kräften bleibt.

00:24:37: Ja ja das ist wichtig weil Essstörungen wir wissen dass es oft ein jahrelanger Kampf aus dem rauszukommen eine Essstörung selten in kurzer Zeit erledigt.

00:24:49: Das heißt, man braucht dieses Durchhaltevermögen als Familie auch das wirklich durchzustehen!

00:24:55: Genau, weil das ist auch etwas was immer wieder Thema ist.

00:24:59: Das viele meinen okay sie geht in Psychotherapie und sie hat einen Arzt und das muss doch in drei Monaten erledigt sein.

00:25:05: Warum funktioniert es nicht?

00:25:07: Und wenn das nicht funktioniert dann wechsel ich die Therapeuten.

00:25:10: Und das ist zum Beispiel auch im Thema dass es klar ist, dass das ein langwieriger Prozess ist wo man Geduld braucht also aus verschiedensten Gründen weil man eben Strategien entwickeln muss.

00:25:25: Das braucht einfach Zeit und Geduld.

00:25:28: Diese Klarheit darüber, dass es ein Prozess ist, das muss auch Eltern erst einmal klar werden.

00:25:34: Und das ist aber so wichtig, weil dadurch dann auch für die Betroffenen unterstützend ist, dass sie diese Zeit haben, das braucht um daraus zu kommen.

00:25:46: Die Komplexität von Essstellungen einfach so stark das aufzudrösen mit den Menschen selber, dass die überhaupt mal verstehen wie sie überhaupt zu dem Punkt gekommen sind.

00:25:57: Das braucht einfach enorm viel Zeit und wenn wir ehrlich sind es wird auch nicht jede Person zu hundert Prozent gesund.

00:26:05: und ich finde das ist schon auch wichtig an dieser Stelle vielleicht zu sagen Es gibt Menschen die schaffen's einfach nicht.

00:26:11: Es gibt menschen bei denen verbessert er sich wirklich sehr gut Aber es wird trotzdem immer ein Stück weit einzelne Aspekte geben, die den Menschen vielleicht über ihr Zehnte begleiten werden.

00:26:24: Und das gibt natürlich auch die, die tatsächlich von dem Los kommen können und auch sehr gesund werden!

00:26:30: Aber Essstörungen sind einfach wirklich schwere Erkrankungen, die sehr viel Zeit brauchen und unter Umständen immer irgendwo ein bisschen Teil des Lebens von der Person bleiben werden.

00:26:42: Und deswegen ist auch diese Auseinandersetzung mit was sind Essstörung überhaupt?

00:26:47: Ist enorm wichtig um einfach die Tragweite zu... Erkennen und dann ist es, glaube ich auch für Angehörige leichter dafür sich vielleicht auch die Entscheidung zu treffen.

00:26:57: Okay das is so ein großes Ding da kann ich also da muss Ich auch auf mich schauen da ist Vielleicht auch Die erwartungshaltung Dann Einfach Zu hoch Auch ans Helversystem.

00:27:08: Es Ist

00:27:09: wichtig und es ist richtig den Wunsch zu haben, dass sich das schnell verbessert.

00:27:13: Dass ein Mensch sich stabilisiert, dass es besser wird.

00:27:16: aber man muss immer gut schauen an welchem Punkt steht man?

00:27:19: Und wie schaut das halt einfach aus und in welchem Zeitrahmen ist es halt auch möglich?

00:27:24: Eine Erfahrung oder eine Rückmeldung die ich schon öfters bekommen habe ist das Angehörigengruppen Auch sehr hilfreich sind.

00:27:33: hast du Erfahrungen mit anderen gehörigen Gruppen?

00:27:37: Ja, habe ich auch.

00:27:38: Ich gebe einmal im Monat einen Termin für Angehörigengruppe.

00:27:43: Das sind eineinhalb Stunden und da war die Rückmeldung immer wieder, dass es gut tut zu hören wie es andern geht was bei denen gelungen ist manchmal auch zu hören ah ja also das eigene Kind oder der Partnerin ist tatsächlich schon weiter.

00:28:03: Das sind schon Schritte gelungen.

00:28:06: Und was auch immer wiederum spannend ist, also dass sich die kommen auch untereinander austauschen können und das ist oft hilfreich weil es ist auch etwas was ich oft höre von Angehörigen, dass sie sich oft sehr alleine fühlen, weil das oft niemand versteht warum jemand der Ästerung hat von Großeltern oder Freunden oder Freundinnen aufthören.

00:28:30: naja Was habt ihr gemacht?

00:28:32: Ich kann doch einfach essen, also tut doch was und auch von dort Druck kommt.

00:28:36: Das ist auch manchmal in den Beratungen ein Thema.

00:28:40: Also diese Beziehung zwischen Müttern und ihren Müttern kommt dann auch oft in längeren Prozessen mit das Thema, wo das beachtet wird.

00:28:53: Aber bei den Gruppen ein großes Plus dieser Austausch untereinander und auch gemeinsam dann auch zu überlegen, was kann hilfreich sein?

00:29:03: Also weil da ja nicht nur die Anregungen von mir als Therapeuten kommen sondern dann auch Überlegungen von den anderen angehörigen Eltern.

00:29:15: Auch im Sinne von das diesang bei uns hat das eigentlich ganz gut funktioniert.

00:29:21: Oder einmal war auch, also da hat jemand ein Arzt oder eine Ärztin gesucht und die halt dann auch einen Kontakt noch bekommen hat.

00:29:29: Ja ich glaube wenn man von anderen hört wie es denen auch geht, wenn sich andere Angehörige trauen vielleicht auch zu sagen wie sie sich

00:29:37: fühlen.

00:29:39: Das hat schon noch mal einen anderen Effekt als wenn wir Therapeutinnen, dass irgendwie sagen das man wütend sein darf.

00:29:46: Dass man traurig sein darf.

00:29:48: aber wenn ein anderer Vater oder eine andere Mutter sagt so ich bin manchmal so wütent und ich halte es nicht mehr aus und ich will das so nicht und ich das dann hören werde ich sage Gott ja ich fühle mich auch so denn ist es so eine andere Form von?

00:30:02: Ich gehöre da dazu das ist okay normal, ich darf so fühlen.

00:30:08: Also auch eine Bestätigung, dass die Gefühlswelt, die viele erleben ja auch ihre Berechtigung hat und ich glaube das können vor allem andere geben, die da einfach in der gleichen Situation sind?

00:30:21: Genau

00:30:22: weil das ist einfach eine andere Ebene.

00:30:26: sind auch andere Eltern und nicht so, wie du gesagt hast.

00:30:28: Die Expertin, die da vorne sitzt und sagt was zu tun ist sondern es ist mehr auf gleicher Augenhöhe und das ist oft sehr hilfreich.

00:30:37: Und es gibt dann auch noch dieses Gefühl von ich bin... Ich bin nicht alleine damit

00:30:42: anderen

00:30:42: geht's ähnlich.

00:30:43: Ja ja

00:30:45: Und ich bin deswegen nicht als Mutter oder Vater unfähig.

00:30:49: Das ist ja auch oft ein Thema dass sich im viele Schuldige

00:30:52: fühlen.

00:30:54: Ja, und die Schuldfrage gehört da wirklich nicht hinein.

00:30:57: Weil wie du eh auch vorher gesagt hast es sind oft zahlreiche Faktoren, die auch zusammenkommen müssen.

00:31:03: in irgendeiner Podcastfolge oder sich ja schon im Mehreren sage ich immer Ich mach mit den Leuten das ist einfach wie ein Puzzle Und es braucht wirklich mehrere Teile damit sich dieses Bild einer Essstörung halt auch zeigt.

00:31:16: Und auch wenn man mal ein Fehler gemacht hat, was auch immer dann dieser Fehler ist.

00:31:21: Das alleine führt nicht zu einer Essstörung sondern es sind so viele Dinge meistens involviert.

00:31:27: Viele Sachen was Eltern oder gar nicht mitkriegen, gar nicht wissen können auch die Pubertät an sich meistens wenn's zu der Zeit beginnt das schon ein Risikofaktor.

00:31:38: also da spielen so viele Ebenen mit hinein wo Angehörige einfach nichts zu melden haben, also einfach auch gar nicht Teil davon sind.

00:31:47: Somit den Menschen dieses Schuldgefühl zu nehmen finde ich oft ganz wichtig.

00:31:54: Ja genau!

00:31:55: Also dass Eltern nicht so allmächtig sind wie sie manchmal befürchten oder sich vielleicht sogar wünschen ja das ist beides.

00:32:05: und So wie du sagst, das spielen gerade so viele Faktoren bei Jugendlichen rein.

00:32:11: Dass sie überhaupt der Ersteuerungen entsteht.

00:32:13: Also auch gehirnphysiologische Veränderungen.

00:32:18: Der Körper verändert sich die Hormone spinnen verrückt.

00:32:21: also da sind so viele Vaktoren.

00:32:23: Die Biergruppe wird wesentlich wichtiger.

00:32:26: Die müssen Entscheidungen treffen was ihre Zukunft betrifft.

00:32:30: Das soziale Kontext verändert sich ja ganz stark und Das ist auch etwas, was Eltern irgendwie schon bewusst sind.

00:32:41: Aber es ist dann doch noch was anderes.

00:32:43: wenn sie von einer Expertin von außerhalb nochmal hören und ich habe den Eindruck dass das oft auch entlastend ist

00:32:52: Das glaube ich auch.

00:32:53: Und ich habe das aber auch schon von einigen Angehörigen dann auch tatsächlich gehört, dass es sehr geholfen hat.

00:32:59: Das heißt ja nicht immer, dass man jahrelang der irgendwie Unterstützung braucht.

00:33:03: Aber je nach Lebenssituation macht das Sinn einfach mal für zwei oder drei Stunden wohin zu gehen – manchmal für mehr.

00:33:10: Das kommt halt immer darauf an was man sich selbst wünscht.

00:33:13: Aber bisher habe ich tatsächlich auch immer positives Feedback bekommen, dass das einfach sehr entlastet war.

00:33:19: Und was auch wichtig ist, also das ist vielleicht jetzt ergänzend bezüglich der Behandlung von Betroffenen.

00:33:27: Dass für viele Eltern es eine Horrorvorstellung ist, dass ihr Kind einen stationären Aufenthalt machen muss.

00:33:35: Da haben viele davon Angst, also auch Betroffene ja klar und das ist auch manchmal Thema.

00:33:40: Also dass das manchmal ein wesentlicher Schritt ist in die Bewältigung einer Einstellung wenn manchmal geht's nicht anders?

00:33:49: Und das auch bewusst zu machen, dass das kein Scheiternis, sondern dass es einfach ein Bausteinchen auf dem Weg ist.

00:34:06: Und ich glaube, es wegen alle eh immer sehr gut ab.

00:34:08: Ist das tatsächlich notwendig oder nicht?

00:34:10: Und es wird wirklich nur im Äußersten also geben acht wenn's einfach nicht mehr anders geht aber manchmal braucht dass es leider unbedingt um einfach ja das Kind in dem Fall auch Erwachsener je nachdem zu schützen und einfach besser beobachten zu können helfen zu können näher dran zu sein damit halt dann doch das Ganze in eine positive Richtung geht.

00:34:37: Aber ich weiß, die Angst vor stationären Aufenthalten ist oft enorm.

00:34:41: Die Gerüchte, was da kursieren, was alles passiert.

00:34:46: könnte man eine eigene Folge dazu machen.

00:34:50: Wichtig ist wenn es notwendig ist muss man diesen Schritt wirklich gehen und wenn's anders geht versucht also meiner Erfahrung nach Elfersysteme, das auch ambulant einfach hinzukriegen.

00:35:05: Also ich habe das jetzt selten erlebt oder eigentlich nie, dass jemand unbegründet tatsächlich aufgenommen wird.

00:35:13: Abgesehen davon ist die Versorgungslage im stationären Bereich im Moment auch sehr eng.

00:35:19: Ja es gibt nicht genügend Betten.

00:35:23: Das wäre auch noch eine eigene Folge.

00:35:25: Da könnte man das auch noch fühlen!

00:35:27: Wenn jetzt Angehörige zuhören, die vielleicht auch gerade mitten in dieser Situation stecken.

00:35:32: Was würdest du ihnen denn gerne mitgeben?

00:35:37: Also zum einen würde ich sagen... dass die Betroffene mehr ist als die Krankheit.

00:35:45: Dass das ein ganz wichtiger Punkt ist.

00:35:51: Der Betrofene ist nicht die Erstörung sondern gibt es ganz viele andere Aspekte auch.

00:35:56: Dass man das nicht vergisst dass es nicht darum geht, Druck zu machen sondern eher davon auszugehen von den eigenen Beobachtungen zu sprechen.

00:36:08: Wichtig ist sich zu informieren über das Krankheitsbildes gibt entsprechende Kontaktstellen wie zum Beispiel die Hotline-Vererstörungen, die so niederschwellige Auskünfte gibt Informationen gibt.

00:36:19: ich glaube das ist auch ganz wesentlich und dass man tatsächlich auch sich traut Hilfe anzunehmen

00:36:27: ja

00:36:29: Und dass eine Essstörung mehr ist als nur ein krankhaftes Essverhalten.

00:36:35: Das ist das Symptom und es gibt im ganz viele Faktoren, die dahinter stehen, das gilt zu bearbeiten – und das geht halt nur im psychotherapeutischen Kontext in Zusammenhang mit einer medizinischen Begleitung.

00:36:51: Ja, Eltern- und Familie kann das einfach nicht leisten!

00:36:56: Vielleicht dieses Bild des Eisbergs trifft es da vielleicht ganz gut.

00:37:00: Das Überm Wasser, diese Spitze des Eisbärks ist so das Essverhalten und die dahinter liegenden Gründe.

00:37:07: was alles dazu geführt hat ist dieser riesige Teil des Eisbergs der Unterwasser ist.

00:37:13: Und diesen riesigen Teil des Eisbergs dafür braucht mehrere Menschen, die da gemeinsam in einem Team dieser Person helfen.

00:37:23: Angehörige sollten in dem Punkt einfach ganz massiv entlastet werden, weil die das nicht tragen können.

00:37:29: Es ist einfach zu schwer, würde ich mal sagen

00:37:33: und das würde ich Eltern auch gerne mitgeben, die Botschaft dass er Störungen durchaus bewältigbar sind

00:37:42: ja Es kann sehr viel Verbesserung passieren, ich habe auch schon einige abgeschlossen die wirklich richtig gesund geworden sind.

00:37:50: Das ist immer das Schönste.

00:37:52: aber man kann vor allem auch viele Verbesserungen erreichen eine wesentlich höheren gute Lebensqualität.

00:37:59: mit einer normalen Lebensführung war alles mögliche dann mögliches und das ist glaube ich ganz ganz wichtig dass man es nicht tatsächlich nicht aus dem Auge lässt.

00:38:08: es braucht Zeit es braucht Geduld es braucht viel zeit möglich.

00:38:14: Genau,

00:38:14: also eine Kollegin von mir hat mir mal gesagt... Also nicht mehr sondern die hat ... einer Angehörigen hat sie erzählt, also die hat von einem Fall erzählen und dann hat sich gesagt ja, die wichtigste Zutat beim Prozess in diesem Bewältigungsprozess ist Geduld, Geduld!

00:38:37: Ja, aber es stimmt wie er zurecht.

00:38:39: Irgendwann sind Sie wirklich recht?

00:38:42: Ja, ich finde das sind gute abschließende Worte gewesen.

00:38:46: Gibt es irgendwas was du noch ergänzen würdest oder passt das so für dich?

00:38:51: Für mich passt das sehr gut und ich habe das sehr genossen mit dir darüber zu reden weil ich finde es immer sehr anregend mit Kolleginnen über dieses Thema zu sprechen Weil es gibt

00:39:03: doch

00:39:03: immer wieder unterschiedliche Faktoren und Aspekte.

00:39:06: Und dann sich auch noch einmal in Erinnerung zu rufen, was sind so wichtige Bausteine einfach bei dieser Diagnose?

00:39:15: Und auch bei der Unterstützung von Betroffenen als auch bei Angehörigen?

00:39:19: Danke für die Einladung.

00:39:20: Ja, sehr gerne!

00:39:21: Ich habe mich gefreut dass du dir die Zeit genommen hast und ich stimme dir völlig zu das einfach der Austausch total wichtig ist um auch blinde Flecken quasi zu vermeiden weil man dann doch immer wieder auf einzelne Aspekte draufgestoßen wird.

00:39:33: ah ja stimmt das macht Sinn und dann berücksichtigt man das auch wieder mehr.

00:39:38: also vielen Dank dass du heute da warst und ich glaube das bietet auch den absoluten Mehrwert für alle die das hören.

00:39:46: Und generell, wenn euch der Podcast gefallen hat oder gefällt dann bewertet ihn doch gerne.

00:39:52: Oder teilt den auch gern.

00:39:53: ich freue mich über jegliche Unterstützung und ja freu mich bis zum nächsten Mal tschüss!

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