Mehr als Ernährung: Die Rolle der Diätologie bei Essstörungen mit Lilly Saathen
Shownotes
In dieser Podcastfolge spreche ich mit der Diätologin Elisabeth Saathen, BSc (Lilly) über ihre Arbeit mit Menschen, die von Essstörungen betroffen sind. Gemeinsam werfen wir einen Blick in die diätologische Begleitung und sprechen über die Komplexität dieser Erkrankung, über Herausforderungen in der Behandlung und darüber, warum dieser Bereich trotz aller Schwierigkeiten ein Schwerpunkt sein kann, der mit viel Leidenschaft und Freude ausgeübt wird.
Diese Folge ist für alle, die sich für die Behandlung von Essstörungen interessieren und mehr über die Rolle und die Arbeit der Diätologie erfahren möchten.
Viel Spaß beim Hören :)
Gast: Lilly Saathen, Diätologin in Wien Homepage: https://fokusernaehrung.at
Therapiezentrum Intakt: www.intakt.at
IG: @psychotherapie.wien Homepage: www.praxis-verhaltenstherapie.at
Links: Österreich: Essstörungshotline: https://www.wig.or.at/selbsthilfe-beratung/hotline-fuer-essstoerungen Österreichische Gesellschaft für Essstörungen: https://www.oeges.or.at/Essstoerungen/Hilfe-fuer-Betroffene/Beratungsstellen/
Deutschland: Hilfe bei Essstörungen: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/ Deutsche Gesellschaft für Essstörungen: https://www.dgess.de
Schweiz: Essstörungsinfos: https://www.pepinfo.ch/de/anlaufstellen/index.php Schweizer Gesellschaft für Essstörungen: https://sges-ssta-ssda.ch
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu meinem Podcast Lebenskunst, dem Podcast über Essstörungen und allem was damit verbunden ist.
00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zu meinem Podcast Lebenskunst im Podcast rund um das Thema Esstürungen.
00:00:22: Ich habe heute was ganz Spezielles für euch vorbereitet, und zwar hab ich heute einen Gast bei mir!
00:00:27: Ich freue mich dass ich dafür eine liebe Kollegin aus dem ernährungstherapeutischen Bereich gewinnen konnte – und zwar die Liebe Lily Saarten.
00:00:37: In dieser Folge möchten wir euch einen Einblick geben in die Diatologie Und ein bisschen darüber sprechen, wie Menschen mit Essstörungen im Rahmen der Ernährungstherapie begleitet und unterstützt werden können.
00:00:51: Liebe Lille, danke, dass du heute da bist!
00:00:55: Du bist Diatologin in Wien und hast die Praxis Fokusernehrung.
00:01:00: Das ist richtig, oder?
00:01:02: Genau.
00:01:03: Magst du mir einfach mal vielleicht noch einmal kurz wer du bist und wie ihr auch zu dieser Praxis gekommen seid und vor allem auf den Schwerpunkt Essstörung?
00:01:11: Weil das ist jetzt nicht so häufig.
00:01:14: Voll gerne!
00:01:15: Also die Praxis generell habe ich vor vier Jahren mit meiner Kollegin mit der Katja, mit der Kati Kaltenegger gegründet Und ja, wir hatten den Schwerpunkt auf das Thema S-Störungen nicht von ganz Beginn an.
00:01:30: Sondern es hat sich so entwickelt durch eine Kooperation eigentlich mit dem Therapiezentrum in Takt die sich ergeben hat.
00:01:38: aber das Thema Störungen war für uns beide von Anfang an ein sehr spannendes und eines für das wir total brennt haben.
00:01:47: Und ja, der Schwerpunkt ist immer stärker und stärker gewachsen.
00:01:51: Weil es einfach auch von uns beiden so ein Herzensthema ist.
00:01:55: Ja, und so ist es gekommen dass wir mittlerweile eigentlich gut siebzig Prozent der Personen die hier wie hierher kommen für eine Beratung oder Ernährungstherapie sind auch betroffen von Essstörungen oder gestörtem Essverhalten.
00:02:09: Okay, ich find's voll toll das ihr euch dem Schwerpunkt halt... zugewitmet hat, weil es einfach tatsächlich recht wenig gibt und gerade die Diatologie so enorm wichtig ist für die Behandlung von Menschen mit Essstorungen.
00:02:23: Und das kann man einfach nicht auslassen!
00:02:25: Ich habe schon oft das Gefühl gehabt ... Wen hole ich mir da dazu?
00:02:30: Ja, es gibt ein Netzwerk mit Ärztinnen und Ärzte.
00:02:34: Das ist ganz okay.
00:02:35: jetzt im Raum Wien ja!
00:02:37: Da gibt's schon einige auch klinische Psychologinnen für die Diagnostik und so.
00:02:41: aber die Dietologie hat mir persönlich immer ein bisschen gefehlt und als wir uns dann kennengelernt haben war hat mich das total gefreut weil ich einfach gedacht habe ok cool eine Berufsgruppe die es so dringend braucht was einfach mein Netzwerk jetzt auch ein bisschen erweitert.
00:02:57: Und ich muss sagen, unsere Zusammenarbeit ist wirklich toll und ich finde es total schön weil einfach Essstörungen sind so komplexe Erkrankungen das kann man nicht einfach mal so nebenbei.
00:03:10: also wenn man mit Menschen mit Essstörung arbeiten will dann muss man sich dem Schwerpunkt als einfach widmen diese Erkrankung widmen und sich halt voll damit auseinandersetzen.
00:03:19: Aber so ist das, was ich für mich erlebt habe.
00:03:22: Ich hätte es nicht einfach mal so nebenbei in der Praxis machen können, sondern in der man macht und man beschäftigt sich damit oder?
00:03:29: Oder man macht's halt nicht.
00:03:31: Was okay ist.
00:03:32: aber ich glaube so neben bei schwierig.
00:03:35: Nein weil so wie du sagst, dass ist einfach eine sehr komplexe Erkrankung oder einfach auch ein ganz unterschiedlicher Erkränkungsbilder die da hineinfallen und jeder Mensch der von einer Stellung betroffen ist
00:03:48: Ist
00:03:49: ganz individuell, also auch die Gründe und die Ausprägung.
00:03:54: Und wie sich es zeigt ist so unterschiedlich.
00:03:56: Ich glaube diese Komplexität ist vielleicht auch ein Grund warum das viele Berufskolleginnen aus der Diätologie gibt, die sich da einfach nicht drüber trauen weil sie ja auch in dem Bereich der Psychosomatik fällt.
00:04:07: und immer wieder die Frage Wie bleibe ich im Medizinischen?
00:04:10: Wie kann ich mich abgrenzen vom Psychologischen.
00:04:13: So ganz klar trennbar ist es vielleicht auch nicht, weil's einfach genauso wie in der psychotherapie die Beziehung zwischen der Beraterin oder der Ernährungstherapeutin und der Klientin oder des Klienten einfach voll wichtig ist.
00:04:26: Und deshalb liegt nochmal eine Schicht an Komplexität drüber über seine normalen Ernährungen.
00:04:36: Ja, das stimmt.
00:04:38: Ich glaube es ist tatsächlich auch bei der Psychotherapie ein Grund warum man sich da einfach nicht drüber trauen wollen weil eben auch so gesellschaftspolitisch so ein großes Thema ist die geschlechter Rollen die wir haben, die Schönheitsideale, Social Media.
00:04:51: Es nimmt ja überall hat das quasi so die Arme drin und man kann das gar nicht losgelöst sehen.
00:04:58: also man kann nicht rein einfach nur die Essstörungen behandeln sondern man muss das ganze drum herum mit hineinnehmen.
00:05:04: Das ist so individuell bei jedem, da kann man nicht nach Schema F fahren.
00:05:09: Das funktioniert einfach überhaupt nicht.
00:05:11: und was du gesagt hast die Beziehungsarbeit ist total wichtig!
00:05:17: Ich finde es spannend dass du das sagst weil ich habe bei mir in der Reflexion bemerkt wenn ich über Diatologie nachgedacht hat dass sich teilweise glaube ich ein total veraltetes Bild auch lange hatte was man als Diatologin macht.
00:05:30: für mich war das einfach quasi Ernährungspläne Punkt.
00:05:34: Okay, da ist sicher mehr dahinter aber ich habe halt keine Ahnung.
00:05:38: Ja also ich hab mich oft nicht so viel damit auseinander gesetzt weil ich mir gedacht hab ja, werden schon wissen was sie tun uns ein bisschen und im Austausch mit dir merke ich halt okay nein das steckt viel mehr dahinten und deswegen finde auch diese Folge so wichtig dass Leute einen Einblick kriegen.
00:05:54: ok was isst das denn eigentlich?
00:05:57: Weil Also wir auch schon mal geredet haben, dieser Unterschied zwischen Ernährungsberatung und Diathologie war mir lange nicht klar.
00:06:06: Aber magst du das vielleicht auch für die Zuhörerinnen und Zuhöerer mal erklären kurz?
00:06:09: Was da auch der Unterschied ist zum Beispiel?
00:06:11: Ja
00:06:12: super gerne!
00:06:13: Ich wollte noch sagen ich finde es ganz normal und nachvollziehbar dass man vielleicht nicht ganz greifen kann wenn man doch nicht so viel Kontakt mit der Diathologie hatte wie facettenreich sie eigentlich ist.
00:06:24: Es ist auch ein berufliches Feld das total im Wandel sich gerade voll verändert, vor allem in diesem ambulanten Bereich wo wir tätig sind.
00:06:34: Und grundsätzlich ist die Diethologie, das bedeutet zu viel wie klinische Ernährungstherapie.
00:06:40: Also so kann man es irgendwie übersetzen.
00:06:42: Das heißt eigentlich so gesunde Lebensweise.
00:06:44: Aber eigentlich arbeiten wir einfach mit Personen zusammen, die Erkrankungen haben oder wir sind halt die einzige Virusgruppe, die das auch darf.
00:06:53: also egal ob das jetzt ist eine Herzkreislauferkrankung oder irgendeine andere klinisch Diagnose aber besonders auch im Bereich S-Störungen da dürfen halt nur Dietologen und Dietologinnen wirklich in der Ernährungsberatung tätig sein.
00:07:11: Und der Ernärungsberater selber ist voll ungeschützter, schwammiger Begriff eigentlich, der einfach nur heißt ja über Essen zu reden.
00:07:19: Leider ist es auch nicht so geschütztes.
00:07:21: Es gibt immer noch viele Personen die in dem Bereich arbeiten ohne wirklich ... Eine fundierte Ausbildung, muss man sagen.
00:07:28: Von dem her auch vielen Dank für die Frage und dass wir es gemeinsam ein bisschen aufdröseln, weil ich glaube das ist sehr wichtig.
00:07:34: Besonders wenn man eine Erkrankung hat, dass man sich an Personen wendet, die da eine gute Ausbildung haben und ja auch verpflichtet sind, sich fachlich weiterzubilden.
00:07:45: Das ist schon sehr, sehr wichtig!
00:07:47: Ja, das glaube ich auch.
00:07:49: Ich habe mich wirklich dabei ertappt, dass ich einfach mal so Ernährungsberatungen auf Google angegeben hätte Obwohl mir der Begriff Diatologie natürlich geläufig ist, aber ich habe es halt tatsächlich ganz lang synonym verwenden.
00:08:02: Und irgendwann hab' ich mal auch gedacht, Mensch Katja!
00:08:06: Hä?
00:08:07: Wieso?!
00:08:08: Also irgendwo war's mir schon auch klar was da Unterschied ist... Aber ja weiß nicht passiert halt schnell mal und deswegen finde ich es total wichtig weil das gerade wenn man tatsächlich Irgendeine Form von Erkrankung hat, dass man nach den richtigen Personen auch sucht um einfach auf Frustration und zu vermeiden.
00:08:27: Und ja... Fehlbehandlung!
00:08:30: Einfach auch wenn sich jemand eigentlich nicht auskennt und es auch nicht dürfte.
00:08:34: Ja
00:08:36: ich meine der große Unterschied ist ja auch das wir auf ärztliche Anordnungen arbeiten also wir dürfen eigentlich nur mit einer ärztlichen Überweisung arbeiten.
00:08:43: Ich finde es persönlich, oder das ist auch so ein bisschen mein Anspruch, auch sehr wichtig mit den Ärzten oder Ärztinnen in Zwischensprache zu halten wenn irgendwie die Möglichkeit da ist.
00:08:51: Oder eben, wenn man dieses Beratungstreik hat mit der Psychotherapie, also im Idealfall ist es ja irgendwie auch sehr vernetztes Arbeiten und einfach ein medizinisches Arbeiten.
00:09:02: Das heißt, die Leute brauchen einen Überweisungsschein sozusagen um sich ein Erstgespräch überhaupt vereinbaren zu können.
00:09:08: Genau
00:09:09: also wenn eine Diagnose da ist dann braucht man eine ärztliche Zuweisung heißen sie jetzt.
00:09:14: Da ist es gar nicht ganz klar geklärt was die Inhalte sind.
00:09:18: das können wir schon nach selber entscheiden und diesen Verlauf selber planen.
00:09:23: aber als ersten Schritt braucht's die Zuweisungen genau.
00:09:26: Und wie würde denn so ein Erstes Gespräch bei euch ausschauen oder bei dir?
00:09:30: Bei uns persönlich gibt es dieses Kennenlern-Gespräch, das ist so ein twentyfünf Minuten Gespräch wo man erst einmal schaut was sind das Thema dass die Person die mir gegenüber sitzt beschäftigt und dann gebe ich auch ein bisschen eine Aufklärung.
00:09:48: wie ich mir das vorstelle, also wie wir die Beratung aufbauen könnten und Fragen können einfach gestellt werden.
00:09:55: Ich finde es sehr wichtig dass man ein erstes abchecken hat.
00:09:59: passt die Person zu mir.
00:10:02: Es ist ja auch voll!
00:10:03: Die persönliche Sache ob man einfach irgendwie sich spürt und weibt auch miteinander
00:10:08: damit des Beziehungs... Thema wieder drin.
00:10:12: Passt das?
00:10:13: Kann man in Beziehung treten mit dieser Person und da gut arbeiten?
00:10:17: Genau,
00:10:17: also vor einem tatsächlichen Erstgespräch, wo dann viele Sachen kommen wie Anamnese und dass wir das Ganze wirklich planen, strukturieren und wo dann hundertausend Fragen von meiner Seite kommen.
00:10:30: Vor dem gibt es auch immer diese Erze kennenlernen, wo man wirklich bewusst sich dafür entscheiden kann – und zwar auch beide Seiten entscheiden sich bewusster für.
00:10:37: ja für mich Passtas so!
00:10:39: Das finde ich sehr gut, das find ich sehr schön.
00:10:41: Weil das nimmt auch glaube ich ein bisschen den Druck raus dass man dann da bleiben muss.
00:10:46: ja die Angst habe ich auch schon oft miterlebt bei Personen die halt zu mir gekommen sind.
00:10:50: okay wie geht es jetzt weiter?
00:10:51: Muss sich kommen?
00:10:53: Nein das Erstgespräch also ich nenn's dort auch erstgesprächen ist dazu da sich wirklich kennenzulernen mal das Thema zu klären.
00:11:02: was kann ich auch anbieten sind wir uns sympathisch?
00:11:05: stimmt so die Chemie und Das, was du eben vorher gemeint hast so eher in Beziehung treten auch.
00:11:12: Dass das wichtig ist finde ich eine Wahnsinns für mich jetzt auch schon Erfahrung dass das eben auch hinter Diätologie gelebt wird weil ich glaube das ganz viel Veränderungen über Beziehungen passiert sicher auch über Interventionen und so weiter.
00:11:25: aber ich glaube ganz viel über die Beziehungsarbeit und dieses Vertrauen und dieses gemeinsame erarbeiten einfach
00:11:34: auch In der Psychotherapie gibt es ja sogar Studierende, die zeigen dass der Therapie afforilg eigentlich gekoppelt ist an die Art der Beziehung.
00:11:43: Also wie gut dieser Beziehungsaufbau funktioniert das es tatsächlich einen Unterschied dann auch macht wie viel kann ich zur Besserung der Situation dann auch beitragen, oder?
00:11:53: Ja ja genau.
00:11:54: Also es gibt einige Studien die sagen, ich glaube was habe ich gelesen so... Es müssen ein Drittel oder so.
00:12:01: um die dreiunddreißig Prozent macht das fast aus glaub' ich Ob eine Therapie überhaupt erfolgreich sein kann, einfach die Beziehung.
00:12:10: Umso besser die Beziehenung, umso wahrscheinlicher ist es dass die Therapie Erfolg hat und dann können Interventionen und alles viel besser wirken.
00:12:19: Im Gegensatz dazu ist die Bezierung nicht da, kann die Intervention und alles noch so top sein.
00:12:24: Die Wahrscheinlichkeit das das tatsächlich auch Früchte trägt ist einfach wesentlich geringer.
00:12:28: Das heißt nicht dass es nicht funktioniert Aber in Kombination mit der tragfähigen Vertrauensbasis ist es einfach ja, ohne dem geht's kaum oder finde ich es total schwierig.
00:12:45: Und deswegen ist es so wichtig wie du gesagt hast, dass sich beide Seiten entscheiden dürfen, klappt das mit uns?
00:12:51: Weil mit einem schlechten Bauchgefühl sollte man in der Psychotherapie nicht starten und ich glaube auch hinter Diatologie nicht!
00:12:57: Also es ist einfach, vor allem weil ihr gerade betroffnet von Essstorungen.
00:13:04: Man macht sich ja verletzlich!
00:13:06: Das ist
00:13:07: ein großer Schritt, den ich auch sehr bewundere.
00:13:11: Weil es Störungen oft im Versteckten und Geheimen passiert, weil sie gesellschaftlich tabuisiert sind – gleichzeitig so sichtbar in vielen Fällen nicht allen.
00:13:25: Man ist extrem wunderbar gerade in diesem ersten Gespräch, dass man dann führt.
00:13:29: miteinander hat vielleicht auch schon negative Erfahrungen gemacht.
00:13:36: Erfahrungen von Stigmatisierung oder Beurteilung des eigenen Körpers, oder dass eine Person diese Erkrankung überhaupt nicht verstehen und nachvollziehen kann.
00:13:48: Von dem her ist natürlich eine Person, die das erste Mal in dieses Setting eintritt, sehr verletzlich.
00:13:55: Ich finde es ist auch wichtig, dem Respekt zu zahlen.
00:13:59: Absolut!
00:14:00: Absolut, da bin ich voll bei dir.
00:14:05: Ich freu mich immer wenn mir jemand diese Offenheit einfach gibt weil ich weiß dass es nicht selbstverständlich ist.
00:14:10: Es ist so viel Scham auch dahinter, so viel Angst.
00:14:15: Es ist mutig, es ist einfach absolut mutig und ich finde man sollte dem Menschen auch Zeit geben anzukommen.
00:14:21: Eben dieses Kennenlernen ist richtig wichtig bis man überhaupt dann ins richtige arbeiten kommt darf man sich finde ich echt zeit nehmen ein bisschen so dass man sich wohl fühlt und ankommt.
00:14:33: einfach Wisst denn, wenn sich jemand dann entschieden hat bei dir zu beginnen.
00:14:39: Wie geht es weiter?
00:14:40: Was können sich die Leute darunter vorstellen?
00:14:43: Hast du Methoden?
00:14:44: Gibt's Tools?
00:14:47: Ja, also zu Beginn ... Ich hab's schon ein bisschen angeteaset.
00:14:50: Es sind ganz viele Fragen, die erst mal geklärt werden müssen.
00:14:54: Also
00:14:54: z.B.,
00:14:55: auch wie ist der körperliche Status?
00:14:56: Das erkennt man an Blutparameter und aber auch zum Beispiel bei Frauen oder weiblich gelesenen Personen ist gerade die Periode da oder nicht usw.
00:15:05: Und so weiter.
00:15:06: Dann schauen wir uns ein bisschen grob mal das aktuelle Essverhalten an.
00:15:11: Und aber auch wo sind grade die Schwierigkeiten?
00:15:14: Was sind auch die Wünsche- und Vorerfahrungen auch im Bereich der Ernährung.
00:15:23: Und genau alles das muss mal irgendwie auf dem Tisch liegen, dann kann man sich gemeinsam anschauen was ist denn die langfristige Zielsetzung?
00:15:34: Dann ist ganz wichtig wie kann man das ganze runterbrechen auf ganz viele kleine Teile.
00:15:42: Manchmal ist es auch so dass Ja, dass Personen noch gar nicht so genau wissen wo sie hin wollen oder auch ein bisschen Angst vor der Veränderung haben.
00:15:53: Das heißt da sehe ich uns in der Diätologie auch sehr eine Rolle.
00:15:58: natürlich wollen wir gemeinsam Veränderungen schaffen aber es muss halt in einem Tempo sein das sich ausgeht und das dann nicht überwältigt und da irgendwie diesen schmalen Grad zu finden.
00:16:11: ja Veränderungs aber in dem Tempo was machbar ist Ja genau, dann gehen wir einfach quasi Schritt für Schritt in kleinen Steps in diese Richtung.
00:16:21: Weil jeder Step braucht auch viel Mut zur Veränderung und ja... Diese ersten Steps schaffen im Idealfall die Sicherheit, dass man weiter den Weg gehen kann.
00:16:35: Und von den Methoden her ist es eigentlich sehr unterschiedlich was wir das so verwenden.
00:16:43: Es gibt zum Beispiel einige Übungen aus der intuitiven Ernährung, wo man lernen kann wieder ein besseres Gefühl für den Körper zu bekommen oder ihn besser lesen zu können.
00:16:53: Also die Interozeption zum Stärken also quasi Hunger und Sättigung besser wahrnehmen zu können.
00:17:00: es gibt aber auch gewisse Achtsamkeitsübungen, die man verwenden kann.
00:17:05: Man kann noch sehr gerne gewisse Übungen oder Tools aus dem Skills Training verwenden, das heißt auch lernen mit herausfordernden Situationen irgendwie gut umzugehen.
00:17:21: Ja, und daneben gibt es natürlich auch viel Psycho-Education.
00:17:25: Das bedeutet wir versuchen auch so gut wie möglich zu erklären was passiert denn gerade im Körper?
00:17:30: Was braucht der Körper ?
00:17:32: Was sind so Mengen die eigentlich adäquat sind und das einfach mit verschiedensten didaktischen Tools irgendwie klarzumachen?
00:17:41: Was ist zum Beispiel eine Unteranführungszeichen normale Portionen und wie kann man sich da Hinarbeiten.
00:17:49: Also das ist so ein kleiner Ausschnitt, es gibt irgendwie hunderttausend Sachen.
00:17:52: Ja, was schön!
00:17:53: Das heißt einerseits ganz viel Erklärung aber nicht nur über den Körper sondern tatsächlich auch Übungen und Dinge mit dem Körper also ganz viele Körperarbeiter auch wenn ich das jetzt richtig verstanden habe um einfach ja die Körpersprache wieder zu spüren, zu lernen, zu erkennen.
00:18:13: Ich glaube, das ist oftmals einfach eine Schwierigkeit.
00:18:15: Dass man gar nicht mehr einschätzen kann was der Körper an einem sagt weil man vielleicht über längere Zeit auch gelernt hat diese Körperwahrnehmung nicht mehr zu spüren oder wegzudrücken und es quasi im richtigen Moment sanft wieder herzuholen.
00:18:31: Ist für euch ein ganz wesentlicher Teil der ernährungsreportation Begleitung?
00:18:37: Und dann ganz wertvolle tatsächlich also Dieser Verlust vom eigenen Körper, der eigentlich passiert und zwar egal jetzt bei welcher Form.
00:18:45: Das ist ja nicht nur bei der Anorexie auch Bulimia oder Binshitting oder Atypische Formen
00:18:50: usw.,
00:18:51: viele beschreiben oft ich habe den Bezug zu meinem Körper so verloren und das ist schon oft etwas was relativ bald auch manchmal kommt in Bezug zur... dem Bezug zum Körper eigentlich auch wieder haben zu wollen und da dann zusätzlich diese Unterstützung halt einfach auch von eurer Seite zu haben.
00:19:09: Das ist so viel wert, ich glaube das bringt extrem viel langfristig.
00:19:15: Und auf der anderen Seite muss ich jetzt auch einwenden genauso kann ich das zurückgeben dass einfach die Arbeit der Psychotherapie so extrem wichtig ist.
00:19:23: Ohne die ist natürlich das alles auch nicht möglich.
00:19:26: Also ich würde mal soweit gehen, so sagen die Psychotherapie ist da schon die Basis damit man überhaupt sich bereit fühlt diese Connection zwischen ja wie immer dem Hirn oder dem Geist und dem Körper auch zuzulassen sich überhaupt auf diese Veränderung einlassen zu können.
00:19:45: Da braucht es natürlich, würde ich mal sagen, die Basisanbeit der Psychotherapien dass wir da auch gut werkeln können.
00:19:52: Ja, danke.
00:19:55: Ich glaube auch, dass die Psychotherapie sich so ein bisschen...weiß ich nicht ob es jetzt das Hauptding ist aber wir verbringen natürlich sehr viel Zeit mit den Menschen weil ich persönlich zumindest wirklich wöchentlich sehe außer dann später wenn sie sich gut stabilisiert haben geht auch weniger.
00:20:14: Aber da dann trotzdem diese Ergänzung auch immer wieder zu haben, ist schon... Dann hören Sie es dann einfach manchmal zweimal in der Woche und ich merke schon dass das auch immer weiter dann wieder doch einen Menschen seinen kleinen Schritt weiterbringen kann.
00:20:27: Weil einfach nochmal die Intensität des Ganzen ein bisschen erhöht wird.
00:20:31: Also es ist wirklich... Ich mag's total gerne wenn jemand sich traut sich darauf einzulassen weil ich es einfach total wertvoll finde und sehr wichtig Was aber vielleicht auch für manche wichtig ist zu erfahren, macht es einen Unterschied wenn eine Jugendliche kommt?
00:20:48: Also wie inwiefern werden Eltern mit eingebunden?
00:20:51: dürfen Jugendliche alleine kommen und sagen wir jetzt ne sechzehnjährige oder so.
00:20:56: Ja,
00:20:56: sehr gute Frage!
00:20:58: Es macht schon nen Unterschied.
00:21:01: also... Ich weiß jetzt nicht genau, wie das andere Kolleginnenhand haben.
00:21:06: Das ist auch wirklich sehr eine persönliche Sache.
00:21:10: Wenn ich persönlich mit Jugendlichen arbeite und versuche es so gut als möglich die Eltern reinzuholen aber nicht in die quasi alltäglichen Gespräche mit meinem Klienten oder meiner Klientin sondern dann fallweise also oft ist es so dass sich in der fünften Einheit ungefähr mal so ein Familiengespräch auch habe Und ich glaube, das ist sehr wichtig.
00:21:35: Weil natürlich Eltern noch ganz viel mit Sorgen kommen und manchmal die Situation einfach irgendwo auch die ganze Familiendynamik ein bisschen herausfordert.
00:21:48: Da finde ich es auch einfach ganz wichtig gewisse How-to's zu vermitteln.
00:21:54: wie kann ich ihn als Elternteil oder Angehöriger am Familientisch
00:22:00: ...
00:22:02: Ja, das einfach gut händeln soll für mich selber als auch für die andere Person.
00:22:08: Und da merke ich auch, dass es einen Riesenunterschied macht für die Entwicklung wenn man diese Gespräche führt.
00:22:15: Die sind nicht immer einfach aber ich glaube sie sind ganz wichtig weil natürlich ist mal Eltern manchmal lost und weiß auch nicht genau wie geht man jetzt mit dieser Veränderung um so.
00:22:27: Aber sonst ist es natürlich der Raum wenn es jetzt jugendliche Personen sind für die jugendlichen Personen.
00:22:32: Ja, mit mir zu sprechen und das ist auch so dass da eben ... ja normalerweise ist das einfach ein Vertrauterraum
00:22:39: zu zweit.
00:22:40: Okay okay weil ich glaube das ist für viele Jugendliche sehr wichtig zu wissen, weil viele die Eltern nur so wenig wie möglich manchmal dabei haben wollen.
00:22:48: also so ist meine Erfahrung oft.
00:22:50: aber es ist total wichtig die Elterngespräche immer wieder zu führen und dass die aber gleichzeitig natürlich auch ihren eigenen Raum haben, auch alleine eben hier zu sein.
00:23:01: Also ich überlasse es dann der jünglichen Person eigentlich zu überlegen, möchte ich das gemeinsam führen oder möchte ich, dass genau die Personen jeweils separat in dieses Gespräch hineinkommen?
00:23:18: Und
00:23:20: ja,
00:23:20: genau!
00:23:22: Was würdest du sagen, was sind so Herausforderungen die dir immer wieder begegnen in der Arbeit?
00:23:30: Also ich würde sagen eine der Herausforderungen
00:23:35: ist das
00:23:37: natürlich viele Personen einfach einen inneren Zwiespalt mitbringen.
00:23:42: Also auf der einen Seite sich die Veränderung sehr wünschen herbeisehenden Wissen dass es wichtig ist und auf der anderen Seite einfach große Angst davor haben.
00:23:51: Aber ich würde sagen, das ist einfach ein ganz normaler Teil an Veränderungsprozessen.
00:23:57: Also auch relativ wurscht was jetzt das Thema sind und beschäftigt.
00:24:02: Es ist einfach nicht so leicht langfristige Veränderungen umzustellen und man gibt doch immer einen Teil von sich auf im Laufe des Prozesses und sieht vielleicht am Anfang noch nichts zu ganz, was es dann immer alles bringt oder was man alles gewinnen kann wenn man dran bleibt.
00:24:16: Und das ist natürlich auf der einen Seite ein bisschen eine Herausforderung.
00:24:20: Ich finde es macht's aber auch sehr spannend, weil gerade solche so in inneren Zwiespallen aufzuzeigen und auch daran rumzutüfteln macht eigentlich die Arbeit aus oder?
00:24:33: Ja diese Ambivalenz kommt eigentlich immer.
00:24:38: habe ich eigentlich nie erlebt, dass das nicht gekommen ist.
00:24:41: Weil ja die Menschen ein Stück weit irgendwo auch was aufgeben, weil sie dann ja durchaus auch Sicherheit gegeben hat, was sich teilweise auch gut anfühlt oder angefühlt hat und das dann loszulassen, weil man kognitiv zwar weiß so Ja, ich weiß langfristig tut mir das sicher gut und tut mir es besser und dann kann mein Körper vielleicht auch zur Ruhe kommen.
00:25:00: aber andererseits ist es halt auch so Ich komme aus meiner Komfortzone raus fühle mich dabei total unsicher und gebe eigentlich gerade was auf, das mir so viel Halt gibt.
00:25:11: Ja, wie du sagst.
00:25:12: Aber wenn das rauskommt dieses Hin und Her merkt man aber auch okay, man ist vielleicht auch gerade am richtigen Punkt so ein bisschen... Und da halt ja ich finde es auch dieses herumtüfteln aber was geht?
00:25:24: Und wo könnte man vielleicht etwas probieren?
00:25:26: Was jetzt aber noch ganz wichtig, was man vielleicht auch noch würdigen muss so ein bischen an Bewältigungsstrategie was man hat bevor man's dann vielleicht loslassen kann.
00:25:36: Wenn Ambivalenz schon mal da ist heißt es nämlich auch dass der Wunsch Und der ist nicht immer von Anfang an gegeben.
00:25:46: Also diese Krankheitseinsicht, also dieser Wunsch für sich was tatsächlich verändern zu wollen, ist leider nicht immer vom Anfang an da.
00:25:58: Und das finde ich ist auch noch so eine Herausforderung, wenn gerade bei Jugendlichen die dann gerne von außen irgendwo hineingesteckt werden was nachvollziehbar ist.
00:26:06: Was ja auch wichtig ist, wenn Personen einfach aus sehr krank sind dass sie natürlich Hilfe kriegen fühlt sich das aber für die betroffene Person halt eigentlich am Anfang gar nicht nach Hilfe an sondern ein ihr wollt mich da messen Und ihr wollt jetzt weiß ich nicht, was gar nicht der Fall ist und auch in der Diätologie gar nicht.
00:26:28: Da kommen dann halt ganz viele Ängste.
00:26:29: aber wenn jemand in diese Ambivalenz hineinkommt das eigentlich schon total viel gewonnen.
00:26:34: dass es dann Angst macht so die nächsten Schritte zu gehen ja menschlich vollmenschlich.
00:26:40: Aber die Ambivalenz finde ich eigentlich oft auch wirklich was Gutes.
00:26:44: Ich muss sagen, okay aber da ist ein Wunsch!
00:26:48: Da gibt es schon einen kleinen Blick in die Zukunft von Dingen, die man sich vielleicht doch wünschen würde, die ja ein bisschen abseits sind von der Essstörung.
00:26:56: Ja,
00:26:57: und ich ... also super schön zusammengefasst.
00:26:59: Und da ist der wichtigste Punkt einfach eben wirklich klar zu benennen.
00:27:03: Hier was sind denn da eigentlich irgendwie die Ängste oder die Vorstellungen?
00:27:07: Weil manchmal zum Beispiel im Bereich Ernährung ist auch die Angst okay.
00:27:10: wenn ich jetzt sagen würde man es geht um eine Person die eigentlich das Ziel hat quasi in einen Aufbau zu gehen dann ist manchmal die Angst da dass es einfach unfassbar schnell gehen könnte und dann überrollt.
00:27:23: Das ist total wichtig, dass wir wissen was genau die Angst dahintersteckt, damit wir auch ein bisschen nehmen können oder das ganze relativieren können.
00:27:32: Weil natürlich die Ängste oftmals intensiver und größer sind als es in Wahrheit dann ist.
00:27:39: Der Service ist auch so wichtig, ganz genau zu besprechen, was bedeutet denn das?
00:27:45: dass ich da diese unterschiedlichen Gedanken habe, was sagen die mir denn und wie kann ich das eigentlich wirklich einordnen?
00:27:52: Die Angst vor der Veränderung ist manchmal viel größer als das, was dann kommt.
00:27:59: Vor allem wenn man es aber in Ruhe begleitet Diese kleinen Schritte, wie du es halt auch genannt hast.
00:28:04: So wenn man sagt okay wir machen ein Step by step ohne in diese massive Überforderung zu kommen das muss nicht von heute auf morgen alles ich weiß nicht wie schnell gehen sondern man darf sich ja eben diese Zeit lassen Es muss irgendwie ein bisschen was passieren und anarbeiten sein aber es darf auch mal stagnieren man darf auch einmal einen Rückschritt machen und aus dem dann wieder lernen und vorgehen sozusagen.
00:28:25: Aber ich glaube dieses zu schauen dass man zwar jemanden ein bisschen pusht, aber in so einem Rahmen das nicht zu überfordern ist.
00:28:35: Dann kann man den Prozess glaube ich mal ganz gut begleiten dass es dann eben nicht ganz so überflotend ist.
00:28:41: Aber diese Angst davor und was dann passiert?
00:28:44: Und die Katastrophengedanken die im Kopf denn oft kommen, das ist ja in einem Extrem einfach drin!
00:28:52: Das fördert auch noch einmal sehr diese Angst vor.
00:28:55: was jetzt da auf einen zukommt.
00:28:58: Ich glaub, da muss man die Leute manchmal ein bisschen abholen und sagen so okay, schauen wir mal an wie es vielleicht so'n realistischer Weg von dem Ganzen ist.
00:29:06: Und ob der mit diesen Katastrophengedanken auch so übereinstimmt sozusagen?
00:29:14: Ja, aber was wäre halt möglich zu schauen, welcher kleine Schritt ist aber möglich und dann geht man halt von einem zum nächsten.
00:29:22: Manchmal ist das wirklich auch eine gemeinsame Tanz.
00:29:27: ist es z.B.
00:29:28: oft meine Rolle, einen Ziel zu benennen oder zu erinnern an das Ziel und auch so wie du das gesagt hast sanft zu pushen weil sonst passiert da auch nix.
00:29:37: aber auf der anderen Seite begibt man sich ja oft in einer Art sowie eine Kooperation, wo man gemeinsam schaut, was ist möglich.
00:29:49: Und wenn es nicht möglich war, woran hat's denn gelegen?
00:29:52: Was wäre dann vielleicht ein Mittelding ausprobieren kann?
00:29:56: Es ist auch nicht notwendig, dass jedes gesetzte Cinema zu hundert Prozent ungesetzt wird.
00:30:02: Sondern manchmal ist das wirklich der Versuch und wenns nicht ganz klappt ... zu einem gewissen Prozentsatz erreicht worden.
00:30:11: Aber was Lernen tut man halt immer, wenn auch für das Prozess ist oder?
00:30:15: Ja, das Gefühl hab ich ja auch.
00:30:16: Also es selten war's umsonst!
00:30:19: Man kann fast immer eigentlich etwas aus... also für sich mitnehmen oder dazulernen und Rückschritte oder Dinge die halt vielleicht mal nicht ganz so funktionieren.
00:30:28: Es gehört halt dazu.
00:30:30: Es gibt keinen linearen Weg durch das ganze Durch.
00:30:33: Der ist so zick zack Und mal wieder ein bisschen zurück, um dann wieder nach vorzukommen.
00:30:39: Manchmal braucht es das zu rückum überhaupt hervorzukommen und manchmal ist auch gerade die Frustration so, wieso habe ich jetzt nicht hingekriegt?
00:30:46: Und dieser Ärger der dann kommt, der aktiviert ja gleichzeitig auch und manchmal hab' ich da auch schon eine Motivation damit einen Herr jetzt gehen sehen.
00:30:56: Okay jemand ärgert sich so sehr dass er's jetzt nicht geklappt hat und dann ist er okay.
00:31:00: nein ich probiere es nochmal und vielleicht aber diesmal so und dann klappts plötzlich.
00:31:05: Ich habe es hinbekommen, ich hatte keinen Essanfall zum Beispiel.
00:31:11: Das kann auch danach so viel Stolz auslösen und das ist also ganz schön und das heißt trotzdem nicht dass dann jeder Tag funktionieren muss.
00:31:18: Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man da einfach mit den Betroffenen immer wieder redet.
00:31:23: Wenn man einmal was geschafft hat wird es nicht jeden Tag gehen.
00:31:26: Es gibt gute Tage weniger Gute und es werden aber wenn man dran bleibt meistens doch immer mehr von den guten oder besseren zumindest.
00:31:34: Definitiv!
00:31:35: Und ich finde auch immer wieder so spannend an sich die ultimative Zielsetzung anzuschauen und dann zu überlegen okay ja wo ist einfach Die Lebensqualität schon viel besser.
00:31:48: Das schenkt dann auch den Prozess ein bisschen ... mehr Wert als wirklich dem Ziel, weil ich glaube jeder gegangener Schritt und jeder geschaffte Meter ist irgendwo ein Gewinn.
00:32:00: Und das merken die Personen ja auch, dass sie einfach Stück für Stück an Lebensqualität bekommen.
00:32:06: Wenn man sich diese Schleifen anschaut, diese ganzen Twist and Turns, die das Ganze hat, dann ist natürlich klar, dass man irgendwann einen langen Atem braucht um den Punkt zu erreichen, wo man sagt hey jetzt bin ich echt zufrieden, ich bin stabil es geht mir gut aber genau auf diesem ... wir gelernt von dir auch so viel und passiert zuviel, dass es halt einfach eine gewisse Dauer einnimmt.
00:32:26: Und das ist okay so!
00:32:27: Das geht halt gar nicht anders.
00:32:29: Ja, da sprichst du ganz was Wichtiges an.
00:32:31: Essstörungen werden nicht in drei Tagen behandelt – und auch nicht in zwei Wochen, sondern es ist ein monatelanger und sehr oft auch jahrelanger Weg.
00:32:45: Ich glaube, das ist ganz wichtig eben auf der Helferseite zu wissen.
00:32:49: Dass da ein Mensch sich darauf einlässt teilweise Jahre zu kämpfen und das muss man einfach würdigen also dass es wirklich weil leicht ist was anderes ja vielleicht.
00:33:05: noch kurz zum Schluss was würdest du sagen wer präventiv wichtig?
00:33:14: Irgendwann mal weniger Menschen in dieses gestörte Essverhalten oder in Essstörungen hineinrutschen.
00:33:20: Hast du dir mal überlegt, was so präventive Maßnahmen wären, die da vielleicht helfen könnten?
00:33:25: Ja, also da würden wir einiges anfangen leider... Ja, oft fragt man ja auch Betroffene was für sie irgendwie der ausschlaggebende Punkt war.
00:33:37: Und ich glaube, man kann nicht eine Sache benennen die Ersteuerungen verhindern kann weil es oft auch mehrere Faktoren sind, die da zusammenkommen.
00:33:44: manchmal sind's auch gar nicht wie man zuerst annehmen würde und realistische Körper ideale Social Media und so.
00:33:53: das denkt man oft sehr schnell.
00:33:55: Oft sind sie auch dysfunktionale Muster in der Familie oder schwere Erfahrungen, mit denen man kämpft.
00:34:02: Aber wenn man jetzt wirklich gesellschaft und gesellschaftspolitisch denkt was könnte man präventiv machen?
00:34:09: Dann würde ich doch an den noch sehr krassen Schönheitsidealen die auf uns Menschen besonders auf jungen Personen und auch besonders auf jungen weiblich gelesenen Personen liegt dann sehe sich da einfach ein großes Veränderungspotenzial.
00:34:29: Also würde ich mir einfach wünschen, dass Körper weniger
00:34:31: stark
00:34:33: beurteilt werden, bewertet werden, in irgendeine Box passen müssen um richtig zu sein, das wir einfach sein dürfen und als unser Werkzeug, das uns durchs Leben trägt gesehen werden, das genauso richtig ist wie es ist?
00:34:46: Und ich glaube schon, dass bei den Prävalenzzahlen von Essstörungen einen riesen Unterschied machen würde wenn sich da in die Richtung was ändert.
00:34:56: Ja, das habe ich mir auch schon oft gedacht.
00:34:58: Dass wir gesellschaftlich eigentlich in der Verpflichtung sind beginnen Menschen weniger zu kategorisieren, zu bewerten und vor allem auch im Körper Und ich glaube damit könnte man langfristig tatsächlich viel machen und alles was den Selbstwert von Menschen an sich verstärkt ist halt auch Das ist auch so etwas.
00:35:19: Alles, was dazu beiträgt, würde ich sagen, ist auch Prävention für Essstörungen weil umso stabiler ich bin, umso mehr ich bei mir sein kann vielleicht auch mich mag stolz auf mich sein kann weiß wer ich bin welchen Wert ich habe.
00:35:32: das sind schon Schutzfaktoren generell vor psychischen Erkrankungen aber eben auch vor Essstürungen sozusagen.
00:35:42: ja ich glaube dass es ein Gutes Schlusswort.
00:35:46: Gibt es irgendwas, was dir noch wichtig ist?
00:35:48: Was du sagen möchtest oder einen berührenden Moment den du vielleicht schon mal hattest?
00:35:56: Wow!
00:35:57: Es gibt so viele berührender Momente die ich da jetzt herauspicken könnte.
00:36:02: Ich kann gar nicht abschließend einfach nur sagen das sind wirklich Eine wunderschöne Aufgabe ist, Personen dabei zu begleiten, zu wachsen und lernen.
00:36:14: Und ja – it's a messy process!
00:36:16: Aber das ist voll okay so und irgendwie auch das Schöne dran.
00:36:22: Ja es ist wirklich eine Herzensangelegenheit dieser Beruf und genau mit diesem Thema.
00:36:29: Ich freue mich einfach auf alles was da noch kommt.
00:36:32: vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast.
00:36:35: Und für deine Offenheit und einfach ja sowohl mir als auch den Zuhörerinnen und Zuhören einen Einblick gegeben hast in die Diatologie.
00:36:44: Ich glaube das ist für viele wirklich wichtig um sich vielleicht auch zu trauen weil sie halt ein bisschen einen Einblick haben.
00:36:50: so okay was kommt denn da auf mich zu?
00:36:53: Es ist wirklich wenn man sonst davor nie etwas irgendwie damit in Berührung war.
00:36:57: es ist glaube ich total schwer zu wissen und das macht auch Angst.
00:37:00: Weil etwas ganz ganz Neues.
00:37:02: Und ja, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast.
00:37:06: Sehr sehr gerne!
00:37:06: Liebe Katja, danke für die Einladung!
00:37:08: Gerne,
00:37:09: gerne und wenn euch die Folge gefallen hat dann dürft ihr sie gerne weiter empfehlen oder auch bewerten.
00:37:15: das würde mich sehr freuen und freue mir auch, wenn ihr in der nächsten Folge wieder rein hört.
00:37:20: bis zum nächsten Mal Tschüss!
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